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SVZ-Vereinsserie Gute Adresse für Freizeitsportler

Von Christian Menzel | 26.03.2018, 12:00 Uhr

SVZ-Serie „Vereine in der Region“: Mitglieder des Kanu- und Wassersportvereins 1951 Güstrow sind schon heiß auf neue Saison.

Fritz Köster und Dieter Grützmann spielen Tischtennis. In den Pausen geht ihr Blick über den Inselsee, der nun wieder eisfrei ist. Die beiden 65-Jährigen, einst sehr erfolgreich im Kanurennsport, zählen die Tage. In knapp einem Monat, genau am 21. April, sind die Mitglieder des Kanu- und Wassersportvereins 1951 Güstrow zum Frühjahrsputz in ihrer Anlage aufgerufen. Dann wird sauber gemacht, die Tischtennisplatte aus dem Kulturraum verbannt, die Boote aus den Schuppen geholt und ins Wasser gelassen. Dann beginnt die von den Vereinsmitgliedern heiß ersehnte neue Saison.

Die Anlage des Kanu- und Wassersportvereins liegt am Inselsee genau an der Stelle, an der Fischerweg, An den Bootshäusern und Zur Kanalbrücke aufeinandertreffen. Einen Teil seiner Geschichte trägt der Verein im Namen: 1951. „Damals wurde die Sektion Kanu der BSG Post Güstrow gegründet und siedelte sich hier an“, erzählt Karl-Heinz Nohr, seit 2001 Vereinsvorsitzender und gerade erst für weitere vier Jahre im Amt bestätigt. Im Dezember 1996 gründete sich der Verein, der vor allem den Freizeit- und Erholungssport auf seine Fahnen geschrieben hat, neu. Und auch das gehört zur Geschichte. Denn in den 1960er-Jahren wurde der zweite Güstrower Kanuverein, der heutige KSV 1990, Trainingszentrum für diese Sportart. Viele Sportler, darunter Kinder und Jugendliche, verließen die BSG Post und betrieben ihren Sport im bessere Bedingungen bietenden TZ. „Einige Sportfreunde kehrten nach ihrer aktiven Zeit in unseren Verein zurück“, erzählt Nohr, der sich über einen leichten Zuwachs von Mitgliedern freut. Geblieben aber ist, dass der Verein für Kinder und Jugendliche kein regelmäßiges Training anbietet. „Aus diesem Grund ist der Altersdurchschnitt unseres Vereins ziemlich hoch“, sagt Nohr.

Der 83-Jährige kam Ende der 1970er-Jahre nach Güstrow. Damals betrieb er Schwimmen und Wasserball aktiv und erfolgreich. In seiner neuen Wahlheimat entdeckte er neben seiner Vorliebe für Schwimmen, Laufen und Radfahren auch den Kanurennsport für sich. Alle vier Disziplinen während eines Wettkampfs ausgeübt, heißt Quadrathlon. Noch heute bestehen enge Verbindungen zum Güstrower Verein Tri Fun. „Die Triathleten finden bei uns gute Möglichkeiten fürs Schwimmtraining vor und außerdem sind die Laufstrecken vor unserer Haustür abwechslungsreich“, weiß Nohr. Sein Verein markiert bei Triathlon-Wettkämpfen am Inselsee die Schwimmstrecke, er selbst wirkt als Kampfrichter.

Die Mitglieder vom Kanu- und Wassersportverein pflegen ein reges geselliges Leben. Höhepunkt ist das über drei Tage laufende Lampionfest, das zeitgleich zum Inselseefest gefeiert wird. Dann wird die Anlage geschmückt, es wird gegrillt und am Kaffeetisch geklönt. „Und natürlich beteiligen wir uns am Bootskorso auf dem Inselsee“, versichert Nohr. Neben dem Feiern ist übers Jahr viel an der Anlage zu tun. „Wir haben das Glück, dass unsere Mitglieder aus unterschiedlichen Gewerken kommen“, sagt Manfred Reinders, stellvertretender Vorsitzender. An der Steganlage, der geräumigen Sonnenterrasse oder den in die Jahre gekommenen Bootshäusern ist immer etwas zu tun. „Fast immer fallen nur die Materialkosten an, alles andere machen wir selbst“, bestätigt Reinders. Nur für die Erneuerung des Reetdachs am Hauptgebäude hatte sich der Verein kürzlich einen Spezialisten geholt.