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Pflegedienst Güstrow Fall „Elisa“: Es wird noch ermittelt

Von Eckhard Rosentreter | 15.03.2018, 21:00 Uhr

Staatsanwaltschaft prüft weiter Anschuldigungen und Verdachtsmomente gegen den Pflegedienst.

Weiter in der Schwebe ist der Fall des Pflegedienstes „Elisa“. Die Ermittlungen seien „noch nicht ganz abgeschlossen“, sagt ein Sprecher der Rostocker Staatsanwaltschaft auf SVZ-Nachfrage. Allerdings ist seit September 2017 die Antwort gleich oder ähnlich lautend. Ermittelt werde nach Strafanzeigen wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung, der Körperverletzung und des Betrugs zum Nachteil von Krankenkassen.

„Was ist eigentlich aus der Betreiberin geworden und aus dem Pflegedienst ,Elisa’?“ Immer wieder gibt es solche und ähnliche Leseranfragen zum Stand der Dinge. Verwiesen wird dabei unter anderem auf dubiose Personalanwerbungen über Facebook im vergangenen Jahr für „Altenpfleger, Altenpflegehelfer und Krankenpfleger“. Der Kontakt soll über privat erfolgen, eine „Absender“-Angabe oder Firmenbezeichnung sucht man auf diesen „Flohmarkt-Inseraten“ vergebens. Der Schwerpunkt dieses Unternehmens ist aber offenbar eher südlich des Landkreises Rostock gelagert. Auch werden von Lesern ehemals von „Elisa“ betriebene Einrichtungen sowie mutmaßlich neue benannt, auch im Raum Güstrow und Krakow am See, in denen die gleiche Unternehmerin angeblich weiter tätig sei, zum Teil unter einem anderen Firmennamen.

Die Pflegeaufsicht des Landkreises teilt auf Anfrage dazu mit: „Im Landkreis Rostock betreibt Frau (…) keine Einrichtung, die dem Anwendungsbereich des Einrichtungenqualitätsgesetzes unterliegt.“ Ob sie ein anderes Pflegeunternehmen betreibt, sei beim Landkreis nicht bekannt. Dies liege auch nicht in der Zuständigkeit der Heimaufsicht, heißt es aus dem Güstrower Kreishaus.

Bereits vor fünf Jahren hatte es Ermittlungen gegen „Elisa“ und seine Betreiberin gegeben. Weil der Anfangsverdacht nicht erhärtet werden konnte, war das Verfahren damals wieder eingestellt worden. Als dann neue Vorwürfe ruchbar wurden, sind der Landkreis als Ordnungsbehörde, Polizei und Staatsanwalt eingeschritten. Es gab in Krakow am See und in Güstrow Durchsuchungen in als Pflegeeinrichtungen deklarierten Unterkünften und Büros. Pflegefachliche Standards seien nicht eingehalten, so der Vorwurf, zwei Menschen müssten wegen ihres bedrohlichen Gesundheitszustandes unverzüglich ins Krankenhaus eingewiesen werden. Für drei Einrichtungen hat die Behörde die Schließung veranlasst.

Viele Fragen rund um „Elisa“ blieben aber offen, etwa ob es sich um rechtswidrig betriebene Pflegeheime gehandelt habe oder eher um einen ambulanten Pflegedienst. Die Ermittlungen seien wegen einer sehr verschachtelten Unternehmensstruktur von „Elisa“ und diversen Ablegern schwierig, hieß es bereits vor knapp zwei Jahren.