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Güstrow Facebook-Fall beschäftigt Lehrer und Eltern

Von Hans-Jürgen Kowalzik | 28.10.2011, 09:00 Uhr

Nach der vorgetäuschten Entführung eines Grundschülers aus der Inselseeschule Güstrow in Facebook sind Lehrer, Schüler und Eltern auf der Suche nach Erklärungen.

Nach der vorgetäuschten Entführung eines Grundschülers aus der Inselseeschule Güstrow in Facebook vermutlich durch eine ehemalige, jetzt 18-jährige Schülerin (wir berichteten gestern), sind Lehrer, Schüler und Eltern auf der Suche nach Erklärungen, warum so etwas passiert und was in den Köpfen solcher Jugendlichen vorgeht.

"Vermutlich nichts", meint Ines Lüders, Schulsozialarbeiterin an der Inselseeschule. Bei solchen Schülern gebe es kein Nachdenken, weder bei denen, die solch einen Eintrag veröffentlichen noch bei denen, die es weiterleiten. Da sei kein Gewissen vorhanden und man vergewissere sich auch nicht über die Folgen, so Lüders. Sie sagt damit , dass solche Jugendlichen keine Einstellung zu verantwortungsbewusstem Handeln haben. Außerdem, behauptet sie, fehle ein "Stück Intelligenz". Schlimm sei es, wenn sie solche Argumente hört wie "Ich hatte Langeweile", "Ich wollte nur ein bisschen Blödsinn machen" und "Ich wollte Spaß haben".

Es fehle aber auch weitere Aufklärung, denn Facebook oder SchülerVZ hätten gute Seiten und ihren Platz in der Kommunikationsvielfalt, meint Ines Lüders.

Ungeklärt ist weiter, wie solche Jugendlichen bzw. Facebook zur Verantwortung gezogen werden. Datenschützer laufen hier seit geraumer Zeit Sturm. Polizeisprecher Volker Werner sagte zum Güs trower Fall: "Es liegt kein Straftatbestand vor." Eventuell sei künftig etwas über das Gefahrenabwehrrecht zu machen, so Werner.