Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion

SVZ-Serie Erster Fahrdraht von Güstrow zum Hauptbahnhof

Von Redaktion svz.de | 24.08.2015, 06:00 Uhr

SVZ-Serie: 30 Jahre elektrischer Eisenbahnbetrieb in und um Rostock / Teil 3: Zweigleisiger Ausbau Lalendorf - Kavelstorf

Am 18. Mai 1985 wurde der elektrische Zugbetrieb von Berlin nach Rostock aufgenommen (SVZ berichtete). Bis dahin war es jedoch ein langer, zeitweilig steiniger Weg, in dessen Verlauf die Region rings um Güstrow einbezogen war. Hans-Georg Tack lässt in einer kleinen Serie die wichtigsten Etappen und Ereignisse auf dem Weg zur durchgängigen Elektrifizierung der Bahnstrecken Rostock-Güstrow-Waren und Rostock-Laage-Waren Revue passieren.

Eine große Aufgabe war die Profilfreimachung der Strecke für den E-Zugbetrieb. Die spektakulärste Aufgabe in Rostock war dabei der Abbruch des Tunnels zwischen Warnemünde und dem Personenbahnhof. Dazu kamen die Veränderungen an den Fußgängerüberführungen in Evershagen, Bramow, Parkstraße und auf dem Hauptbahnhof in Rostock. Die Bahnsteigüberdachungen in Rostock Hauptbahnhof, Parkstraße und auf dem Bahnhof Warnemünde mussten seitlich zur Schiene eingekürzt werden. Für alle diese Arbeiten waren Bauzüge der Deutschen Reichsbahn, die zwei Tiefbaukombinate Rostock und Schwerin und die Bau-Union zuständig.

Im Rahmen dieser Arbeiten waren noch der zweigleisige Ausbau auf der Magistrale zwischen Kavelstorf und Lalendorf zu beachten und die beginnenden Arbeiten für den Anschluss Rostocks an die zweite Magistrale Rostock–Schwerin–Magdeburg, die nach der Elektrifizierung des Knotens in Betrieb gehen sollte. Für diese Gesamtkomplexe waren 751 Millionen Mark zur Verfügung gestellt.

Zur Einschätzung dieser gewaltigen Veränderungen im Eisenbahnnetz im Norden gehört auch, dass die vorgegebenen Termine allseitig eingehalten wurden, und das bei teilweise komplizierten Bauprozessen. Dennoch ging es, verglichen mit den vielen Jahren, in denen nichts voranging, mit Riesenschritten dem Ziel entgegen.

Zunächst war der Fahrdraht nur von Güstrow kommend bis zum Hauptbahnhof bereit; jedoch sollten alle Arbeiten für das E-Netz im Knoten Rostock bis zum Ende des Jahres 1985 auf Fahrbetrieb gestellt werden, dazu gehörte auch die Strecke Hauptbahnhof–Warnemünde.

Die umfassenden Arbeiten erforderten vor allen Dingen die aktive Mitarbeit aller Beteiligten. Nur dadurch war es möglich, den Termin einzuhalten. Auf dem Hauptbahnhof hatte man sich ausführlich vorbereitet. Transparente, Fahnen und Girlanden waren am 18. Mai auf dem Bahnhof das Bild, dazu gehörten auch die Menschen. In der Zeitung vom 20. Mai 1985 war zu lesen: „Dieser Tag wird für immer in die Chronik der Eisenbahn in Rostock eingehen. Auf Bahnsteig 8 fand dieses denkwürdige Ereignis statt“.