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Wildpark Güstrow Erfolgsgeschichte auch bei Regen

Von rmai | 27.12.2017, 05:00 Uhr

Wildpark erwartet bis Jahresende rund 160 000 Besucher – Spatenstich für Erlebnisbüdnerei im April.

Verregnete Wochenenden hatte das zu Ende gehende Jahr reichlich, da könnte auch der Wildpark MV in ein allgemeines Klagelied einstimmen, aber nein. 160 000 Besucher werden am Jahresende erreicht. „Vielleicht werden es auch noch ein paar mehr. Damit haben wir unser Ziel erreicht“, stellt Klaus Tuscher zufrieden fest und hat auch eine Erklärung hat parat: „Es macht sich bezahlt, dass wir das Umweltbildungszentrum und das Agendazentrum haben. Damit sind Besucher wetterunabhängiger.“ Mit dem Bau der Erlebnisbüdnerei werde man den eingeschlagenen Weg weitergehen. Spatenstich für das Großprojekt soll im kommenden April sein.

Finanziell ist das 1,1 Million Euro-Projekt Erlebnisbüdnerei abgesichert (SVZ berichtete). EU-Gelder (830 000 Euro) werden mit Eigenmitteln der Stadt komplementiert. Mit einem Jahr Bauzeit müsse man rechnen. Dann werde der Park über ein weiteres vom Wetter eher unabhängiges Erlebniszentrum unweit der Wiesenwelten verfügen. In einem Fachwerkgebäude mit Stallungen werden sich die Haltungsbedingungen für allerlei Haustiere deutlich verbessern. Tuscher wünscht sich, dass damit die Wiesen- und Waldwelten neben der Raubtier-WG und den Naturaquarien mehr in den Mittelpunkt rücken. „Ich denke, dass die Erlebnisbüdnerei zu einem Besuchermagnet wird“, sagt Tuscher. Schließlich werden die Besucher alles anfassen und viele Tiere dort streicheln können. Auch wenn man gern schon in diesem Jahr begonnen hätte, brauche doch alles seine Zeit. „Großprojekte aus Erfahrung drei Jahre“, stellt der Wildpark-Leiter fest.

In diesem Jahr habe man nicht die spektakulären, dafür aber nicht minder wichtige Vorhaben verwirklicht. Die Störche erhielten ein neues Winterquartier. Ein zweites Bruthaus entstand in der Voliere der Wellensittiche. „Werterhaltung an jeder Ecke“, fasst Tuscher zusammen. Und neben dem Großprojekt ist auch die Liste weiterer Vorhaben fürs nächste Jahr lang. Als erstes seien aus der Erfahrung eines regenreichen Jahres weitere Unterstellmöglichkeiten zu schaffen.

Im historischen Teil des Parks müssen alle Häuser mit Rohrdach neu eingedeckt werden. Pferdestall und Wagenremise sollen aufgehübscht und die Beschilderung im Park verbessert werden. Die gesamte Beleuchtung wird auf LED-Technik umgestellt (SVZ berichtete). Die Erweiterung von Parkflächen wird vorbereitet. Bei Großveranstaltungen reichen die Parkplätze nicht aus, erklärt Tuscher. Ganz wichtig ist ihm auch ein völlig neues Ticketsystem. Wer sein Ticket online kauft, kann problemlos auch über die Waldwelten in den Wildpark kommen und reduziert das Schlangestehen bei Großveranstaltungen.

Diese würden dann besser planbar, Besucherströme besser zu regulieren. „Kasse, Shop und Gastronomie in einem System, so können wie vieles verbessern“, ist sich der Wildpark-Leiter sicher. Besucher könnten z.B. Bollerwagen, Essen und Abendveranstaltung in einem Paket kaufen. „Und in fünf Jahren kann man auch gleich seine Unterkunft und das Ausleihen von Kanus dazu buchen“, schaut Tuscher voraus. Erst einmal aber werden die Mitarbeiter des Wildparks ab Februar geschult. Apropos Mitarbeiter, auf sie lässt Tuscher auch dieses Jahr nichts kommen. 28 fest Angestellte werden durch Mitarbeiter mit geförderten Stellen vom Bundesfreiwilligendienst bis zum Freiwilligen ökologischen Jahr unterstützt – im Sommer 50 bis 55 Frauen und Männer. „Ein tolles Team“, betont Tuscher.