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Güstrow Entführung auf Facebook vorgetäuscht

Von Hans-Jürgen Kowalzik | 27.10.2011, 06:59 Uhr

Aufruhr und Betroffenheit an der Güstrower Inselseeschule: Eine ehemalige Schülerin - 18 Jahre alt - soll sich nach SVZ-Informationen einen sehr schlechten "Scherz" erlaubt haben und die Entführung eines sechsjährigen Jungen der Schule über Facebook vorgetäuscht haben.

Gestern Nachmittag gab die Polizei nach intensiven Ermittlungen, die sie durch den ganzen Landkreis, u. a. nach Güstrow und Schwaan, führte, Entwarnung. "Es gibt keinerlei Anhaltspunkte für eine Entführung eines Schülers der Schule", erklärte Volker Werner, Sprecher des Polizeipräsidiums Rostock.

Was war geschehen? Vorgestern hatte eine Mutter die Schule über den Facebook-Eintrag informiert. Dort hatte ein Mädchen mitgeteilt, dass ein "kleiner Junge in einer Grundschule der Südstadt in Güstrow" entführt worden sei. Er sei von zwei dunkel gekleideten Männern in einem hellen oder weißen T4 mitgenommen worden. Das sei leider kein Witz, schrieb das Mädchen. Wer Mithilfe leisten könne, hieß es, bitte melden. Dieser Eintrag verbreitete sich in dem Internetportal unter "I love Güstrow" in Windeseile. Inzwischen hatte die Schule die Polizei informiert. Gestern tauchte ein neuer Eintrag auf. Ein Junge aus der 2. Klasse sei es und die Männer würden schon eine ganze Zeit Kinder mit "Wir sind der Ersatzbus, der andere Schulbus fällt heute aus" locken. Auch dieser Eintrag wurde schnell weiter gepostet. Die Polizei wurde landkreisweit fündig. Letztlich aber mit dem beruhigenden Ergebnis: Es ist nichts passiert.

Trotzdem gab es wütende Reaktionen. Schulleiterin Ger lind Sell: "Ich begreife nicht, dass ein Jugendlicher so etwas verbreitet. So ist für mich Facebook ein Müllhaufen. Eltern, Lehrer und Schüler wurden in Angst und Schrecken versetzt und eine gute Arbeit an der Schule wird in Misskredit gebracht, denn dann hießt es doch gleich, wir können unsere Kinder nicht sicher in diese Schule schicken."

Unabhängig von diesem Fall hat die Schule aber erkannt, dass man Negativfolgen des Internets zum Thema machen muss. Am 8. November ist eine Elternversammlung zum Cyber-Mobbing. In den 5. und 6. Klassen gibt es im Informatikunterricht ein Projekt, wie Kinder ihre Privatsphäre im Internet schützen können.