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Gastkolumne Ende der Weihnachtszeit: Der Stern geht unter am 2. Februar

Von grie | 01.02.2014, 06:00 Uhr

Am 2. Februar – Maria Lichtmess – geht die Weihnachtszeit nach 40 Tagen zu Ende.

Da hängt ja immer noch ein Stern, mag so mancher denken, der von Mühlengeez auf der B 104 in Richtung Güstrow fährt und am Kirchturm der Kirche in Karcheez weit ins Land einen Stern leuchten sieht. Advent und Weihnachten sind doch längst vorbei!? Doch in den Kirchen und an einigen Häuser weiß man noch etwas von der christlichen Tradition, nach der bis Anfang Februar der Weihnachtsstern leuchten darf. Denn am 2. Februar – Maria Lichtmess – geht die Weihnachtszeit nach 40 Tagen zu Ende (vom 25. Dezember bis zum 2. Februar).


Hoffnung für eine neue Welt

Sie wird eingeleitet durch die vier Adventssonntage. Sie erinnern an die großen Prophezeiungen, die Gott in der jüdischen Bibel durch seine Hoffnungsboten angekündigt hat. Sie haben eine Zeitenwende durch das Kommen des Messias verkündet. Es sind Hoffnungsbilder einer erneuerten Welt, die die Zukunftserwartung jeder menschlichen Generation immer wieder neu beflügelt. Deshalb ist Weihnachten so voller Empfindungen und Erwartungen. Da flackert die Sehnsucht nach Frieden und Gerechtigkeit auf. Plötzlich ist Mitmenschlichkeit und Solidarität, Teilen und Spenden das große Thema.

Ja, Weihnachten hat es schon in sich. Christen feiern die Geburt des Retters der Welt. Zwei Tage feiern wir dieses Fest und bis zum 6. Januar begehen wir die Weihnachtszeit. Zwölf Tage, zwölf Nächte die uns deutlich machen wollen: Ein Licht scheint in alle Dunkelheiten dieser Welt hinein. Auf den Plätzen unserer Städte und Dörfer, vor den Häusern und in den Wohnungen erstrahlen die festlich geschmückten Christbäume. Am 6. Januar wird nach alter Tradition der Weihnachtsbaum abgeschmückt. Dieser Tag erinnert uns an die weisen Sterngucker, die einen neuen Stern entdeckten, nach seiner Bedeutung fragten, durch einige Umwege endlich bis nach Bethlehem fanden und staunend ein Kind entdecken, in dem sie den Hoffnungsträger erkannten.

So ist der Stern von Bethlehem ein Wendezeichen geworden. Deshalb nennen wir die Weihnachtszeit ab dem 6. Januar Epiphaniaszeit (Erscheinungszeit), denn es ist uns etwas erschienen, was von nun an unsere Hoffnungen prägen will.

Aber der Stern am Himmel verschwindet und ist nicht mehr sichtbar, denn er ist auf die Erde gefallen. Jesus will kein Stern (Star) über uns sein, sondern ein Mensch Gottes an unserer Seite, deshalb nehmen wir den Epiphaniasstern am 2. Februar ab. Ein neues Symbol macht deutlich, wer und wie Jesus ist. Der Stern geht unter und fällt als Dornenkrone auf die Erde, denn das neue Symbol für die 40 Tage vor Ostern, für die Passions(Leiden)zeit, ist die Dornenkrone.

Der christliche Glaube hat in den vielen Jahrhunderten eine vielschichtige und tiefsinnige Symbolsprache entwickelt, die es gilt auch in unserer Zeit neu zu entdecken. Von der ersten Kerze am Adventskranz und den 24 Türen, die sich öffnen. Der hell funkelnden Christbaum, der uns deutlich macht, wir sind beschenkte. Der Stern der sich über uns erhebt und den Horizont unserer Erwartungen ganz neu ausleuchtet. Die Dornenkrone, die uns zuspricht, du bist mit deinem Leid nicht allein und nicht vergessen.

40 Tage nachdem Maria Jesus zur Welt gebracht hat, kommt sie mit Josef in den Tempel von Jerusalem. Sie dankt Gott für dieses Kind. Sie hält das Licht der Welt in ihren Armen. Deshalb nennen wir diesen Tag Marien Lichtmess. Sie bringt uns Jesus, der uns Gottes Licht bringt. Daran erinnert uns der 2. Februar.