Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion

Laage Elternbeiträge steigen zum Teil drastisch

Von rmai | 19.12.2017, 05:00 Uhr

Drei von vier Kindertagesstätten in der Recknitzstadt haben Platzkosten neu verhandelt.

In drei von vier Kindertagesstätten der Stadt Laage wird die Betreuung von Kindern im nächsten Jahr teurer. Die Volkssolidarität und die neue Betreiberin der Liessower Kindertagesstätte haben mit dem Landkreis neu über die Platzkosten verhandelt. Die Laager Stadtvertreter genehmigten die Verhandlungsergebnisse. Nun müssen sich insbesondere die Liessower Eltern auf drastische Steigerungen einstellen, für Die Linke-Fraktion in der Stadtvertretung ein Grund, künftig über den Anteil an den Kinderbetreuungskosten, den die Stadt trägt, nachzudenken. Heeres Ziel sei eine kostenfreie Kinderbetreuung für die Eltern, formulierte Linke-Fraktionsvorsitzende Karin Schmidt.

Die Platzkosten in der Kita „Buchenzwerge“ in Liessow steigen auf 818 Euro (bisher 576) im Krippenbereich, auf 421 Euro (bisher 303) im Kindergarten und 271 Euro (bisher 193) im Hortbereich. Für die Eltern ergibt sich für den Ganztagsplatz ein Betreuungsgeld von 266 Euro (Krippe), 136 Euro (Kindergarten) und 94 Euro im Hort.

Friedhelm Schwager von der SPD-Fraktion sieht die Steigerung in Liessow für problematisch: „Sie fällt mit einem Drittel doch erheblich aus.“ Dass ein Betreiberwechsel für die Eltern so schwerwiegende Folgen habe, bezeichneter er als unglücklich. „Es ist ein riesiger Sprung. Aber ich weiß von Eltern, die dankbar dafür sind, dass sie jahrelang ihre Kinder sehr kostengünstig unterbringen konnten“, erklärte die Liessowerin Elke Wendt (CDU) dazu. Seit einer gefühlten Ewigkeit waren die Platzkosten bei den „Buchenzwergen“ nicht erhöht worden. An der Notwendigkeit neuerlicher Verhandlungen über die Platzkosten haben die Laager Stadtvertreter keine Zweifel. Die Volkssolidarität als Träger der Kita „Knirpsenland“ in Laage und „Hummelhaus“ in Kritzkow begründet dies insbesondere mit steigenden Personalkosten. Insgesamt registrierte der Landkreis in diesem Jahr Anträge auf eine Kostenanpassung aus 49 Einrichtungen, in 42 Fällen sind die Verhandlungen abgeschlossen.

Linke fordert andere Kostenverteilug

„Wir stehen jetzt unter Zeitdruck, sollten aber im nächsten Jahr darüber diskutieren wie die Elternbeiträge anders gestaltet werden können“, betonte Schmidt und sieht einen Ansatzpunkt beim gemeindlichen Anteil an den Platzkosten. Geregelt ist, dass von den Platzkosten das Land und der Landkreis einen Teil tragen. Den Rest teilen sich Kommunen und Eltern. Dabei ist festgelegt, dass die Kommunen mindestens die Hälfte des verbleibenden Betrages tragen müssen. Es steht den Gemeinden allerdings frei, diesen Anteil auf ihre Kosten zu erhöhen. Eine Möglichkeit, die angesichts klammer kommunaler Kassen eher in die Kategorie der heiligen Wünsche fällt. „Das Land sollte endlich in die Pötte kommen“, forderte Andreas Pieper (CDU-Fraktion) und fügte hinzu: „Das Land ist in der Pflicht. Hier wird doch schon lange über eine kostenfreie Kinderbetreuung geredet.“ Erst in der vergangenen Woche hatte Sozialministerin Stefanie Drese stolz eine Entlastung der Elternbeiträge für die Kindertagesstätten und die Tagespflege verkündet. Ein direkter Zuschuss vom Land solle die Beiträge der Eltern um bis zu 50 Euro im Monat reduzieren.