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Güstrower Anzeiger Eisiges Vergnügen auf dem Inselsee

Von Anne Schwartz | 12.02.2012, 04:37 Uhr

„Das macht riesigen Spaß.

Viel besser als Rodeln“, strahlt die kleine Nele über das ganze Gesicht. Die Fünfjährige hat eine der freigeschaufelten Rutschbahnen auf dem Güstrower Inselsee für sich entdeckt und lässt sich von Vater Dirk Gebbers immer wieder anschieben, um auf Knien oder dem Hosenboden das spiegelglatte Eis entlang zu schliddern.

Einige tausend Besucher lockte es am Sonnabend zum Winterfest des SV Einheit auf den See. Bei strahlendem Sonnenschein und frostigen Temperaturen war Schlittschuhen angesagt, Eishockey spielen, sich bei einem zünftigen Glühwein aufzuwärmen oder die Winterlandschaft einfach nur für einen ausgedehnten Spaziergang zu nutzen. Siegfried und Brigitte Reeck reisten mit Alina (6) aus Rostock an.

„Wir stammen aus der Umgebung und wollten das herrliche Wetter für einen Ausflug mit unserer Enkelin nutzen. In Rostock gibt es ja keine so schöne Natureisfläche“, sagt Brigitte Reeck, während die kleine Alina den Inselsee begeistert auf Schlittschuhen erkundet. Auf Kufen anzutreffen war auch die Güstrowerin Sylvia Neumann, die das herrliche Wetter in vollen Zügen genoss. „Eigentlich Schade, dass der See nur einige Wochen im Jahr zugefroren ist“, sagt sie mit einem Schmunzeln. Allerdings erschwerte die dünne Schneeschicht das Gleiten auf Kufen deutlich. „Schade, dass nur so wenige Eisflächen frei geschoben sind. Da kommt man nur schlecht vorwärts“, merkt Sylvia Neumann an, die sich davon den Spaß aber nicht verderben lässt.

Abseits des Eises hatten die Organisatoren um Annegret Dräger vom Sportgeschäft City 2000 und Christian Köhn von der Segelabteilung des SV Einheit einiges auf die Beine gestellt, gaben mit musikalischer Unterstützung durch einen Radiosender der Veranstaltung Volkfestcharakter. Lange Schlangen bildeten sich dabei nicht nur am Bratwurst- und Kuchenstand. Rund 20 Vereinsmitglieder des SV Einheit und freiwillige Helfer versorgten hier die Besucher und verkauften alles für einen Euro. „Die Einnahmen kommen unserem Seglernachwuchs zu Gute“, erläutert Jugendwart Christian Köhn. „Wir wollen davon dringend benötigtes Segelmaterial für den Sommer anschafften“, sagt er.

Heiß begehrt war auch der Glühwein, den Reinhard Porsch direkt über dem offenen Feuer erhitzte. „Bei diesen Temperaturen genau das Richtige“, befindet Christine Hain, die mit Lebensgefährte Maik Ohde, Töchterchen Alma Johanna und Hund Lajos einen ausgiebigen Familienausflug macht. Neben der gastronomischen Versorgung konnte man auch seine Schlittschuhe vor Ort schleifen lassen. „Viele schmeißen ihre Schlittschuhe am Ende des Winters lieblos in die Ecke. Rostige Kanten sind dann meist die Quittung“, weiß Norbert Dräger, der unzähligen Kufen wieder einen scharfen Schliff verleiht. Einen Tipp gibt Dräger deshalb den Eisläufern auf den Weg: „Bevor man die Schlittschuhe im Frühjahr wegstellt, sollte man die Kanten mit Feinmechanikeröl behandelt, dann rosten sie nicht.“

„Toll, dass es nach drei Jahren endlich wieder geklappt hat mit unserem Winterfest“, freut sich Christian Köhn als die Dunkelheit einbricht und zieht ein durchweg positives Fazit des Winterfestes. Nachdem in der Vergangenheit Schneesturm bzw. brüchiges Eis den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung gemacht hatten, sahen sie ihre Bemühungen am Wochenende mit bestem Winterwetter und einer 23 Zentimeter dicken Eisschicht belohnt. „Ich bin wirklich begeistert, dass die Veranstaltung so gut angenommen wurde“, freute sich Köhn über die zahlreichen Besucher auf dem Güstrower Inselsee.