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Güstrow Ein Selfie an der Weihnachtskrippe

Von Christian Menzel | 19.12.2017, 12:00 Uhr

Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde „Horizonte“ übt Musical ein – Aufführung am Heiligabend.

Noch ist das Textbuch ein unentbehrlicher Begleiter, wenn die Mitglieder der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde „Horizonte“ ihr Weihnachtsmusical „Der geheimnisvolle Stern“ einstudieren. Probe für Probe steigt die Textsicherheit, aber auch das Lampenfieber. Am Heiligabend um 16 Uhr führt das Ensemble das Musical in der Turnhalle am Tolstoiweg in der Güstrower Südstadt auf.

„Natürlich bildet die biblische Weihnachtsgeschichte die Grundlage unseres Stücks. Wir legen aber ein besonderes Augenmerk auf König Herodes und die drei Weisen aus dem Morgenland“, erzählt „Horizonte“-Leiter Oliver Holler. Er hat eine Rahmenhandlung geschrieben, in der der Astrologe Dr. Stern, gespielt von Christian Schäfer, der auch Regie führt, in seinem Planetarium einen geheimnisvollen Stern am Firmament entdeckt. Die zahlreichen Dialoge im Stück stammen aus der Feder von Annika Schäfer. Viele Regieeinfälle sorgen für Heiterkeit und schlagen Brücken ins Heute, etwa, wenn Caspar von der Versammlung um die Krippe erst einmal ein Selfi macht.

Die Autoren haben 22 Rollen für das Musical geschaffen, so dass viele Darsteller zwischen neun und über 60 Jahren die Bühne bevölkern. Eine Band sorgt für die musikalische Begleitung, wobei Franka Reichert und Lara Holler die extra für das Musical geschriebenen Lieder interpretieren.

Für die kleine Gemeinde, die ihren Sitz in der Südstadt hat, sind Weihnachtsaufführungen nichts Neues. Seit 2010 spielen die Mitglieder regelmäßig Stücke, die mit der Weihnachtsgeschichte zu tun haben. Seit 2015 finden die Aufführungen in der Turnhalle statt. „Das war das Jahr, als so viele Flüchtlinge kamen“, erinnert sich Oliver Holler. Im vergangenen Jahr zählte das Ensemble etwa 250 Zuschauer. Mit mindestens so vielen rechnet Oliver Holler auch in diesem Jahr.

An einer Neuheit versucht sich „Horizonte“ dann aber doch. Am 23. Dezember um 19 Uhr wird zum großen gemeinsamen Weihnachtssingen in die Turnhalle eingeladen. Die Idee dazu haben die Güstrower von den „eisernen“ Fußballspielern aus Berlin abgeschaut. Dort findet seit vielen Jahren am Vorabend des 24. Dezember ein Weihnachtssingen im Stadion an der „Alten Försterei“ statt. „Nun werden wir kein Stadion füllen, aber eine Turnhalle hat ja auch etwas mit Sport zu tun. Wir freuen uns auf jeden“, sagt Oliver Holler.