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Güstrow Ein Haus, offen für alle Güstrower

Von Christian Menzel | 04.12.2017, 12:00 Uhr

Komm-Center wird seit einem Monat als eingetragener Verein geführt.

Als Anja und Christian Meier vor eineinhalb Jahren das Komm-Center im ehemaligen Bummi-Kinderkaufhaus in der Güstrower Mühlenstraße auf privater Basis ins Leben riefen, war die Gründung eines Vereins kein Thema. Das Ziel des Ehepaares bestand darin, alteingesessene und durch Migration neu angesiedelte Güstrower zusammenzubringen. Aus den Worten „Willkommen“ und „Kommunikation“ filterten sie den Namen für ihre Initiative: „Komm-Center“.

Nun haben die Meiers und der mit ihnen gewachsene ehrenamtliche Mitarbeiterstab den Schritt zum Verein vollzogen. Vor genau vier Wochen riefen sieben Gründungsmitglieder den Verein Komm Center e.V. ins Leben. „Das Komm-Center hat sich bisher ausschließlich über private Mittel finanziert. Mit der Vereinsgründung haben wir nun auch die Möglichkeit, Spendenquittungen auszustellen“, erläutert Kassiererin Moni Rehbein. Was ihr ganz wichtig ist: sie kann nun ein Vereinskonto eröffnen. Dadurch werde die Buchführung transparenter, bestätigt sie. Als weiteres Argument für den Verein sprach, dass das Komm-Center jetzt in der Lage ist, Fördermittel für Projekte zu beantragen. „Wir werden uns das aber in jedem Einzelfall genau überlegen. Oft ist die Gewährung solcher Mittel an strenge Auflagen gebunden, die die Projekte nicht selten einschränken“, sagt Christian Meier. Ein Projekt haben die Vereinsmitglieder bereits geprüft: Im Komm-Center brachten syrische Flüchtlinge den Wunsch vor, regelmäßig Schach zu spielen. Ein Fördermittelantrag zur Anschaffung des dafür notwendigen Materials werde auf den Weg gebracht, sagt Meyer.

Das Beispiel zeigt, dass das Komm-Center auch unter Vereinsbedingungen seine Arbeitsweise beibehalten will. Projekte werden im Vorstand vorbereitet, aber basisdemokratisch entschieden. Überhaupt sind alle Gäste der Begegnungsstätte aufgerufen, Ideen für das Zusammenleben einzubringen. Gleich an der Eingangstür kann man seine Vorschläge unter einen handgeschriebenen Aufruf setzen.

Als ein Schwerpunkt der Arbeit im Komm-Center hat sich inzwischen die Sozial- und Lebensberatung etabliert. „Auch das hat sich aus Wünschen unserer Besucher entwickelt. Wir gehen mit der Zeit und reagieren auf Bedürfnisse“, sagt Meier. So wird von Migranten immer wieder die Hoffnung geäußert, möglichst bald Arbeit in ihrer neuen Heimat zu finden. Das Komm-Center veranstaltete im Oktober gemeinsam mit dem Jobcenter und Arbeitgebern aus der Region eine erste Jobbörse. Die Resonanz war groß – und es gab Erfolge. So fand Wael Alabdulrahman, stellvertretender Vorsitzender im Verein, einen Job auf einer Rostocker Baustelle. Der Syrer seinerseits warb bei den Unternehmern und Behörden für Praktikumsplätze für syrische Kinder, die an der Schule am Inselsee lernen.

Seit der Sommerpause hat das Komm-Center die Öffnungszeiten für seine Angebote verändert. Montags kommt der Nähtreff ab 18 Uhr zusammen, dienstags steht die Sozialberatung ab 16 Uhr auf dem Kalender, donnerstags öffnet die Kaffeestube ab 16 Uhr und freitags wird ab 16 Uhr zum Frauentreff eingeladen. „Geplant ist, im neuen Jahr interkulturelle Gottesdienste anzubieten“, sagt Rainer Rehbein, Vorsitzender des Vereins und Pastor im Ruhestand. Weitere Vorhaben für 2018 sind die Realisierung eines Theaterprojektes, die Aufnahme von Kontakten zu Sportvereinen und die Organisation einer Gospelwerkstatt. „Weitere Pläne ergeben sich aus den Vorschlägen unserer Besucher“, weist Rainer Rehbein auf den Ideenaufruf an der Eingangstür hin.