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SVZ-Wochenend-Interview Die Frau hinter den Jahrbüchern

Von Redaktion svz.de | 03.12.2016, 12:00 Uhr

20 Fragen an Friederike Neubert: Die 70-Jährige bringt seit dem Jahr 2003 die Güstrower Jahrbücher heraus.

Friederike-Christiane Neubert, geboren 1946 in Mittelfranken und heute in Zehna zu Hause, ist das Gesicht hinter den Güstrower Jahrbüchern. Seit dem Jahr 2003 fungiert sie als Herausgeberin dieses umfassenden Nachschlagewerkes über die Barlachstadt. Erst Mittwoch stellte sie das neue Jahrbuch 2017 im Güstrower Bürgerhaus vor. Friederike Neubert kam 1950 in die DDR. Ihr Vater folgte seinerzeit dem Aufruf der evangelischen Kirche, als Pastor in der Kirche in der DDR zu wirken. Nach dem Abitur im Kreis Neuruppin studierte sie Theologie an der Humboldt-Universität, um Pastorin zu werden. „Doch Frauen wurden in der evangelischen Kirche seinerzeit (bis in die 1970er-Jahre) nicht ordiniert, d. h. wir durften nur Vikarin sein. Das und weitere für mich nicht akzeptable Gegebenheiten in der Institution Kirche haben mich dann nach anderen Tätigkeitsfeldern suchen lassen“, sagt sie. 1981 landete Friederike Neubert der Liebe wegen in Güstrow und arbeitete bis zu ihrer Berentung im Bereich des Tourismus.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz?
Auf meiner Terrasse in Zehna.
Was würden Sie als Bürgermeisterin in Ihrem Wohnort sofort ändern?

Ich würde eine bessere Öffentlichkeitsarbeit machen, damit die Bürger der Gemeinde mehr Anteil haben können am Geschehen in der Gemeinde.
Wo kann man Sie am ehesten treffen?
Bei einem der hervorragenden Konzerte vor allem in unserem Bundesland.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Als Erntehelfer auf der LPG.
Wofür haben Sie es ausgegeben?
Ich habe mir Kleidung nach meinem Geschmack gekauft, weil ich es furchtbar fand, dass ich meist nur die abgelegten Sachen meiner großen Schwester tragen musste.
Was würden Sie gerne können?
Mehr Fremdsprachen. Mit meinem Latein kommt man heute nicht mehr weit.
Was stört Sie an anderen?
Unzuverlässigkeit. Jede einzelne Unzuverlässigkeit raubt dem Anderen Zeit und Nerven.
Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?

Das mag ich nicht sagen, weil es eigentlich nicht fair war, aber es war extrem komisch.
Was haben Sie zuletzt Unvernünftiges getan?

Oh, da gibt es so viele kleine Dinge. In großen Dingen bin ich vernünftig, finde ich.
Wer ist Ihr persönlicher Held und warum?
Einen persönlichen Helden habe ich nicht. Es gibt für mich viele Vorbilder im täglichen Leben.
Welches Buch lesen Sie gerade?
Gerade mache ich eine Pause mit dem Lesen, denn die letzten Wochen habe ich durch die Arbeit am Güstrower Jahrbuch sehr viel lesen müssen. Aber demnächst steht die Beschäftigung mit Bazon Brock und der „Denkerei“ an.
Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?
Solch eine Sendung kenne ich nicht, die alles andere in den Schatten stellt. Ich informiere mich gern über MV über NDR regional und über die Tagesschau, was das Weltgeschehen betrifft, wenn es zeitlich passt.
Wo trifft man Sie eher: bei einer Karnevalsfeier oder bei einem Fußballspiel?
Bei keinem von beiden.
Wen würden Sie gerne mal treffen?
Angela Merkel, um dann vielleicht einige Dinge besser verstehen und beurteilen zu können. Mich stört die Stimmungsmache gegen die Kanzlerin, ohne dass da machbare Alternativen benannt werden. Zur Zeit ist es offenbar Mode, viel Unausgegorenes heraus zu rülpsen, leider auch bei vielen Politikern.
Wenn Sie kochen: Was kommt dann bei Ihnen auf den Tisch, griechische, italienische, chinesische oder deutsche Gerichte?
Das, worauf ich gerade Appetit habe und das kann so ziemlich alles sein – bevorzugt aber mediterranes.
Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?
Mit Pachelbels Canon D-dur.
An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne und von wem haben Sie es bekommen?
Als Kind von meinem Vater eine Glasperlenkette. Da mein Hals dann irgendwann zu dick wurde, habe ich mir daraus später anderen Schmuck fertigen lassen, den ich noch heute trage.
Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?
Große Träume habe ich eigentlich nicht mehr. Es gibt da noch so ein paar machbare Wünsche, die ich mir gern noch erfüllen möchte.
Wie gestalten Sie ihre Freizeit als Rentner?
Da habe ich ja nun schon einige Jahre Erfahrung. Ich habe Spaß an der Erarbeitung des Güstrower Jahrbuches, da ich so Kontakt zu vielen interessanten Menschen habe und mich mit vielen Themen befassen „muss“. Ich war von Anfang an dabei und habe dann seit 2002, quasi mit dem Jahrbuch 2003, die Redaktion übernommen. Es ist eine Aufgabe für das gesamte Jahr. Und dann arbeite ich noch im Partnerstadtverein mit, der u. a. die europäische Integration zum Ziel hat, und mache noch so ein paar Dinge, die fit halten sollen.
Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen und warum?
Christel Sievert – Architektin und unermüdliche Forscherin in Güstrows Baugeschichte.