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Güstrower Schandfleck Bruchhäuser: das letzte Kapitel

Von Eckhard Rosentreter | 22.12.2016, 05:00 Uhr

Pläne für Gelände der ehemaligen Güstrower Polstermöbelwerke noch nicht bekannt. Stadt: Froh, dass Abriss jetzt weitergeht.

Der Abriss zwischen Speicherstraße und Bahngleisen geht voran. Meter um Meter fressen sich die Abrissbagger in die alten Ziegelbauten der früheren Möbelfabrik Bruchhäuser, später Güstrower Polstermöbel. Eigentlich habe man das schon bis Jahresende schaffen wollen, hatte Frank Hoop, Technischer Betriebsleiter bei der Abbruchservice GmbH, beim Start des umfangreichen Auftrages im September noch gehofft. Hoop: „Das ist nicht zu halten.“ Der Grund sind einige in der Industrieruine entdeckte Schadstoffe, die aufwändiger entsorgt werden müssten. Bis Ende Januar 2017, denkt Hoop, sollte der gesamte Komplex nun abgerissen sein. „Alles, was Ziegel ist“, sagt er – die Betonelement-Hallen am Ende der Gewerbeflächen sollen stehen bleiben, hier hat sich ein Güstrower Kleinbetrieb neu eingemietet.

Was aus dem Areal gegenüber dem Friedrich-Ludwig-Jahnstadion werden soll, ist nicht bekannt. Der Auftraggeber für die Abrissarbeiten, eine Rostocker Projektentwicklungsgesellschaft, ist seit Wochen telefonisch nicht erreichbar. Das Gelände hat seit der Wende mehrere Eigentümerwechsel hinter sich. Ursprünglich war es für Wohnbebauung vorgesehen. Einen Bebauungsplan für dieses Gelände habe die Stadt bisher nicht aufgestellt, bestätigt Jane Weber, Leiterin des Stadtentwicklungsamtes. Bisher habe die Barlachstadt mit dem Eigentümer jedoch keine Gespräche geführt, gebe es auch keine Bauvoranfrage.

Eine mögliche Wohnbebauung sieht Weber eher skeptisch. Da wären Abstände zu den Bahngleisen und zur Straße hin einzuhalten, Lärmschutzmaßnahmen wären erforderlich, die solch ein Vorhaben als schwierig umsetzbar erscheinen ließen, erklärt Weber. „Das ganze Gelände wäre eher für Gewerbe geeignet“, meint die Stadtentwicklerin. Und sagt: „Die Speicherstraße hat Potenzial. Fast alle Grundstücke sind dort privat, und da gibt es in den letzten Jahren viel Initiative.“ Weber denkt an den wiederhergestellten Speicher am Bahnhof, auf den begonnenen Neubau eines Zahnlabors neben der Kongresshalle… Amtsleiterin Jane Weber: „Wir sind erst mal froh, dass es weitergeht, nachdem ein Abriss vor drei Jahren schon mal begonnen hat und wieder gestoppt worden ist. Wenn die Ruine weg ist, wird das ein viel besseres Bild sein, wenn man mit der Bahn nach Güstrow kommt.“