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Güstrow „Ausbaufähiges Experiment“

Von Eckhard Rosentreter | 26.08.2018, 21:00 Uhr

Neustart für Güstrow-Schau mit neuem Konzept.

Und dann fiel er doch herab aufs Plaster, der lang ersehnte Regen, und scheuchte die Menschen auf dem Markt unter Zelt- und Pavillondächer. Zum Glück hatten die Aussteller da vorgesorgt, sodass es genügend Schutz vor dem Nass gab.

Das war das Risiko: Die Güstrow-Schau als Outdoor-Veranstaltung. Erstmals ging der Gewerbeverein der Barlachstadt nicht in die abgelegene Sport- und Kongresshalle. „Wir wollten mal direkt in die Stadt, die Leute dort abholen, wo sie wohnen oder zum Einkaufen unterwegs sind“, erklärt Mario Kohlhagen, Stellvertretender Vereinsvorsitzender, Hauptorganisator und Moderator in einer Person. Als die Leistungsschau nach zehn Auflagen voriges Jahr mangels Zuspruchs ausfiel, schien sie am Ende. Jetzt der Relaunch mit neuem Konzept: in der Innenstadt, und nur einen Tag.

„Am Vormittag wäre der Regen schlecht gekommen, da waren fast mehr Menschen auf dem Markt, als ich erwartet hätte“, sagt Wilfried Minich vom Gewerbeverein. Darunter viele Familien, hat auch Arne Schuldt beim Rundgang festgestellt. „Das belebt den Markt, die Innenstadt.“ Sagte der Bürgermeister und fachsimpelte weiter mit dem THW-Ortsbeauftragten Mathias Safhöfer am Stand des Technischen Hilfswerkes über aktuelle Probleme bei der Brandschutz-Vorsorge.

Experiment ausbaufähig – das meint auch Besucher Ulf Schade: „Ich dachte, es wäre größer. Das Potenzial ist ja da.“ Einfach nur mal so schauen wollte Rentner Wolfgang Tautz: „Ich bin immer neugierig, was in der Stadt so passiert. Kaufen werde ich aber nichts.“ Am Stand des Kreisverbandes der Gartenfreunde versuchten sich derweil Manfred Schramm und Jörg Cicha von den Kleingartenvereinen „Plauer Chaussee“ und „Neue Heimat“ an einer Hand-Obstpresse. Eigentlich wollten sie mit dem Handwerkszeug den Besuchern frischen Apfelsaft ausquetschen – klappte leider nicht so gut; das geliehene Gerät erwies sich dann doch eher als „Spielkram“.

Bunt gemischt war die Palette der Angebote auf dem Markt. 22 Aussteller, zumeist kommunale Einrichtungen und Vereine, aber auch einige kleine und mittlere Unternehmen aus Güstrow und Umgebung präsentierten ihren Service und ihre Produkte. Nachdem sich anfangs bei der Vorbereitung die Begeisterung über das neue Outdoorkonzept der Güstrow-Schau in engen Grenzen hielt, habe man am Ende sogar einigen absagen müssen, erläutert Minich. Weil es unverhofft noch eng wurde auf der angemeldeten Marktfläche, habe der Re-Bus und das Wikingerschiff nur ganz am Rande Platz finden können. „Es war ein Test“, sagte Minich, „und wir wissen jetzt dass es geht und wie es geht. Das Konzept funktioniert.“ Mario Kohlhagen zeigte sich „sehr, sehr zufrieden mit dem ersten Mal“. Dass die oft typische Mittagsflaute sich durch das einsetzende herbstliche Wetter noch verstärkte, sei natürlich etwas Pech gewesen. „Marketing hart arbeiten müssen wir aber für das nächste Jahr“, davon geht Kohlhagen aus, „denn für die Stadt ist das ganz sicher noch ausbaufähig.“