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Windkraftanlagen Aus für Windräder der ersten Stunde

Von RABA | 20.12.2016, 05:00 Uhr

Keine Verlängerung für Eignungsgebiete bei Tarnow und Langen Trechow – Raumentwicklungsprogramm fortgeschrieben.

Nun steht es fest. Für die beiden Eignungsgebiete für Windkraftanlagen Bützow/Bernitt und Tarnow gibt es keine Zukunft. Das beschlossen die Mitglieder des Planungsverbandes Mittleres Mecklenburg auf ihrer jüngsten Sitzung in Güstrow. Mehr als ein Jahr dauerte das Anhörungs- und Beteiligungsverfahren. Für insgesamt zehn Eignungsgebiete der ersten Generation kam jetzt das Aus. Für andere Standorte erfolgen Anpassungen. Das gilt unter anderem für die Windparks bei Jürgenshagen und Radegast sowie für die bei Kuhs und Mistorf. Dort dürfen beispielsweise alte Windräder durch neue Anlagen ersetzt, jedoch keine zusätzlichen Anlagen errichtet werden.

„Eines der wichtigsten Kriterien war die Abstandsregelung“, sagt Gerd Schäde, Geschäftsführer des Planungsverbandes. Als die ersten Windräder Ende der 1990er-Jahre errichtet wurden, galten noch andere Abstandsregelungen: 500 Meter zu geschlossenen Bebauungen und 300 Meter zu Einzelgehöften. Denn auch die Anlagen selbst waren noch nicht so groß, nicht so hoch, nicht so leistungsfähig wie heute. Mittlerweile gelten andere Rahmenbedingungen. Zum Beispiel ist die Abstandsregelung auf 1000 Meter bzw. 800 Meter erweitert worden. „18 Eignungsgebiete wurden in Betracht gezogen. Zehn Standorte müssen weichen“, sagt Schäde.

Und dazu gehören auch die Windkraftanlagen, die bei Tarnow, in Richtung Prüzen, und bei Langen Trechow (Eignungsgebiet Bützow/Bernitt) Ende des vergangenen Jahrhunderts errichtet wurden. Hinzu kommen rund 170 Anlagen auf dem Territorium des Planungsverbandes, die bis 2010 außerhalb von den Eignungsgebieten gebaut wurden. Das heißt aber nicht, dass alle diese Windräder sofort verschwinden. „Viele der Anlagen haben aber das Ende ihrer Nutzungszeit erreicht“, sagt Schäde. Repowering-Anträge sind für die nun festgeschriebenen Eignungsgebiete nicht möglich. Möchte ein Windanlagenbauer also ältere Anlagen erneuern und damit auch leistungsfähiger machen, gibt es dafür keine Genehmigung. Die alte Windräder müssen dann zurückgebaut werden.

Mit den Veränderungen im Regionalen Raumentwicklungsprogramm ist auch festgeschrieben, dass künftig Windeigungsgebiete 35 Hektar und größer sein müssen. „Diese Mindestgröße stellt sicher, dass in der Regel mindestens drei Windenergieanlagen in einem Eignungsgebiet Platz finden können“, heißt es in dem Beschluss des Planungsverbandes Mittleres Mecklenburg.

Andere geplante Flächen für die Errichtung von Windrädern auch im Bereich des Amtes Bützow-Land wurden mit der jetzt beschlossenen Fortschreibung abgelehnt. Dazu gehören die ins Auge gefassten Areale bei Groß Gischow, Reinstorf und Klein Belitz. Dort werden keine Windräder entstehen.