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Laage Aufgeben kommt nicht infrage

Von rmai | 14.08.2015, 06:18 Uhr

Marita Much gab nach Brand im April nicht auf und verkauft am Laager Friedhof weiter Blumen

Das Haus hat kein Dach. Der Giebel wird gestützt. Die Fenster sind vernagelt. Und doch: An der Brandruine am Laager Friedhof stehen die blühenden Pflanzen auf fahrbaren Paletten. Schon wenige Tage nach dem Brand im April (SVZ berichtete)hatte Marita Much (52) ihren Blumenladen wieder „eröffnet“. „Aufgeben kommt für mich nicht infrage“, erklärt die Laagerin.

„Ich habe einen Garagenverkauf hinter Gittern“, sagt Marita Much lachend und meint damit den typischen Bauzaun, der die Brandruine umfängt. Alles sei provisorisch, das Angebot begrenzt, aber auf die grundlegenden Bedürfnisse der Friedhofsbesucher zugeschnitten. Immer wieder, so gesteht die 52-Jährige, frage sie sich, warum jemand einen Blumenladen in Brand steckt. Eine Antwort darauf hat sie nicht. Dass es Brandstiftung war, sei ziemlich schnell ermittelt worden, bestätigt Kristin Hartfil, stellvertretende Sprecherin der Polizeiinspektion Güstrow. In den frühen Morgenstunden des 9. April stand das Haus mit dem Blumenladen am Laager Friedhof in Flammen. Erst im Oktober zuvor hatte Marita Much ihren Blumenladen eröffnet. „Ein Blumenladen gehört zum Friedhof“, denkt die Laagerin. Weil viele so denken, habe sie von Anfang an viel Zuspruch erfahren. „Wir konnten doch jetzt nicht aufhören und irgendwann wieder anfangen“, sagt Marita Much und bezieht ihren Mann Dietmar mit ein. Der Zuspruch, den sie bis heute von den Kunden bekomme, mache auch immer wieder Mut. „Ich brauche den Kontakt mit den Kunden. Ich kenne die Laager, sie kennen mich“, versucht sie eine Erklärung und fügt hinzu. „Alles wird gut!“

Demnächst ziehe sie mit ihrem Blumenladen in einen Container an der Straße. Damit würden sich die Arbeitsbedingungen schon verbessern, hofft Marita Much. Für den Wiederaufbau des Gebäudes im Bestand der Laager Wohnungsgesellschaft (LWG) sei die Planung so gut wie abgeschlossen, informiert Geschäftsführer Karl-Heinz Schwarz. Der Aufsichtsrat der LWG tage am 7. Oktober und entscheide dann über die Auftragsvergabe. Das Haus werde wieder aufgebaut: oben eine Wohnung, unten ein Geschäft. Nebengebäude verschwinden. Dafür werde es künftig eine öffentliche Toilette geben. „Es ist lange schon ein Ärgernis, dass es am Friedhof keine Toilette gibt“, erklärt der LWG-Geschäftsführer. Marita Much hofft, dass sie mit ihrem Blumengeschäft im nächsten Sommer wieder ins Haus ziehen kann.