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Güstrow Arbeitslose auf der Theaterbühne

Von Redaktion svz.de | 22.03.2018, 12:00 Uhr

14 Frauen zeigen morgen im Güstrower „Heizhaus“ ein Maskenspiel.

14 Frauen, derzeit ohne Arbeit, haben in den vergangenen Wochen und Monaten viel über das Theaterspiel gelernt. Sie nehmen an einem neunmonatigen Projekt teil, das zusammen mit dem Jobcenter vor allem die Ressourcen der Teilnehmerinnen entdecken will. Gemeinsam mit Theaterpädagogin Nepeli Angeloglou erarbeiteten sie ein Frauenmaskenspiel mit dem Titel „Yvonne“. Aufführung ist heute um 18.30 Uhr im „Heizhaus“ in Güstrow. Der Eintritt ist frei.

Eine alleinerziehende Königin, ein eingebildeter Prinz, zwei böse Tanten und Yvonne – sie alle gehören zum Stück. Gesellschaftliche Normen, Ideologien und Konventionen werden durchleuchtet und ad absurdum geführt. „Es geht uns bei diesem Projekt darum, mit theaterpädagogischen Mitteln die Eigen- und Fremdwahrnehmung der Teilnehmerinnen zu stärken“, sagt Monika Ringat, die für das intensive Einzelcoaching der Frauen zuständig ist. Außerdem soll ihr Mut zur eigenen Präsentation gestärkt werden. Letztlich sei das Ziel, die Teilnehmerinnen in Arbeit zu bringen.

Die strukturelle Benachteiligung von Alleinerziehenden auf dem Arbeitsmarkt findet in diesem Integrationsprojekt große Beachtung. Zu den Teilnehmern gehört Sophia Berg (23) aus Güstrow. Die Altenpflegerin möchte zwar gern wieder in ihrem Beruf arbeiten, aber mit einem Kind und alleinerziehend kann sie keine Schichten arbeiten. „Das Theater ist gar nicht meins, aber ich wurde mit der Zeit immer sicherer“, erzählt sie. Mal eine Rolle zu spielen, das habe sie schon daran gereizt.

Nach der Premiere werden die Teilnehmerinnen in Langzeitpraktika gehen. Ein wichtiger Punkt ist der Satz, mit dem das Stück schließt: „Halte an deinen Träumen und Zielen fest!“