Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion

Anna-Marie Brockmöller und Jochen Voss arbeiteten in Neuseeland Am anderen Ende der Welt viel erlebt

Von Sieglinde Seidel | 07.09.2011, 06:46 Uhr

Deutschland hinter sich lassen und stattdessen fremde Länder erkunden ist der Traum vieler junger Leute. Jochen Voss aus Suckwitz und Anna-Marie Brockmöller aus Güstrow erfüllten sich diesen Traum in Neuseeland.

Deutschland weit hinter sich lassen und stattdessen fremde Länder erkunden ist der Traum vieler junger Leute. Jochen Voss aus Suckwitz und Anna-Marie Brockmöller aus Güstrow erfüllten sich diesen Traum, arbeiteten auf Bio-Höfen und Farmen, halfen im Haushalt und konnten dafür eine völlig andere Welt am anderen Ende der Erde entdecken: Neuseeland.

"Meine Reiselust ist von jeher groß, deshalb wollte ich unbedingt mal eine Zeit ins Ausland gehen", erzählt Jochen Voss aus Suckwitz. Der 23-Jährige jobbte nach seinem Abitur einige Zeit, arbeitete ehrenamtlich bei verschiedenen christlichen Kinder- und Jugendangeboten mit. Doch dann packte ihn das Reisefieber und er plante eine Tour nach Neuseeland. Anna-Marie Brockmöller (21) aus Güstrow war sich noch nicht sicher, wie es nach ihrem Abitur beruflich weiter gehen sollte und entschied sich, dieses Abenteuer mitzuerleben. Reisen und ihr Englisch verbessern, waren zwei Gründe dafür. "Außerdem wollte ich andere Kulturen und Leute kennen lernen", sagt die 21-Jährige.

Von Auckland aus weiter ins Land

Am 25. Oktober 2010 ging die Reise los. Über Frankfurt, Singapur und Sydney ging es nach Auckland in Neuseeland. "Es dauerte einige Tage, bis wir ein Bankkonto eröffnet, eine Sozialversicherungsnummer bekommen und eine günstige Übernachtung gefunden hatten", erzählt Anna-Marie Brockmöller. Mit Unterstützung der Organisation "Stepin" aber gelang alles und nach einigen Tagen in Auckland ging es weiter durch das Land.

Oftmals waren sie auf andere angewiesen. Doch sie erlebten immer wieder wunderbare Fügungen. "Als wir bei der einen Arbeitsstelle nichts mehr zu tun hatten, bot sich gleich anschließend etwas Neues", erzählt Jochen Voss. Der 23-Jährige ist Christ und möchte im Herbst mit einem Theologiestudium beginnen. "Durch die Arbeit im Weinberg und auf der Schaffarm habe ich manche biblische Gleichnisse viel besser verstanden", sagt er.

Beide sind sich einig: "Ein solches Jahr prägt dermaßen, man kann es mit nichts bezahlen." Sie sind mit wenig ausgekommen und gingen trotz allem gelassener an manches Problem heran. "Unser Badezimmer bestand zeitweise aus öffentlichen Toiletten. Und mit einer Gasflamme konnten wir auch alles kochen", berichten sie von nur zwei Beispielen.

Besonders lange waren Anna-Marie Brockmöller und Jochen Voss auf einer Insel im Norden des Landes. Diese entpuppte sich als Kleinod. "Wir erlebten herrliche Sonnenuntergänge, liebten die wunderschöne Landschaft und stehen noch heute in Verbindung mit der netten Familie", erzählen sie. Vier bis sechs Stunden pro Tag arbeiteten sie mit auf der Farm, danach konnten sie eigene Unternehmungen starten. "Wir restaurierten Segelboote oder tauchten nach Muscheln im Pazifik", erzählt Jochen Voss.

Abschied fiel nicht leicht

Es fiel ihnen nicht leicht, dort Abschied zu nehmen. "Die Gastfreundschaft war einfach genial", schwärmt Anna-Marie Brockmöller. Wenn sie manchmal nur fragend Ausschau gehalten hatten, wurde ihnen oft Hilfe und ein Essen angeboten, zum Teil gleich eine Unterkunft. Ihr Fazit: "Das würde wir immer wieder tun." Deshalb steht für beide fest, dass das nicht die letzte Reise war.