Güstrow Vorreiter bei Kinderschutz

Rainer Becker
Rainer Becker

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14. Oktober 2008, 07:15 Uhr

Güstrow | Erfolg für den landesweiten Kinderschutz aus Güstrow: Die von Rainer Becker ini tiierte Kinderschutz-Hotline hatte dieses Jahr bereits mehr als 400 Anrufe mit 216 Hinweisen auf Kinder in Not. Unermüdlich bringt der Direktor vom Fachbereich Polizei der Verwaltungsfachhochschule Güstrow das brisante Thema "Kindesmisshandlungen" in die Öffentlichkeit. Morgen wieder auf der 2. Landeskinderschutzkonferenz in der Barlachstadt.

"Die Hinweisbereitschaft der Bevölkerung hat sich bereits verbessert", zieht Becker eine erste positive Bilanz. Vor einem Jahr hob er die Landeskinderschutzkonferenzen in Güstrow aus der Taufe. Doch die Zahl der bekannt gewordenen misshandelten Kinder steige immer noch leicht, 62 waren es 2007 in MV. Deshalb scharrt Becker immer mehr Akteure um sich. So haben sich bei der morgigen 2. Landeskinderschutzkonferenz in Güstrow erstmals der Fachbereich Polizei und die Bildungsstätte Schabernack zusammengeschlossen. Eine Kooperation, die "Vorbildcharakter" haben solle, sagt Susanne Braun, Leiterin des Zentrums für Praxis und Theorie der Jugendhilfe in Schabernack.

650 Fachkräfte aus Justiz, Jugendhilfe, Bildung, Gesundheitswesen und Polizei kommen morgen in der Barlachstadt zusammen, um ein koordiniertes Vorgehen bei Kindesmisshandlungen zu verabreden. Daran mangele es immer noch, so Becker. "Wir müssen Erfahrungen austauschen, für das Thema sensibilisieren und enger zusammenarbeiten." Mehr als 800 Anmeldungen gab es für die Konferenz. Zur 1. Landeskinderschutzkonferenz 2007 kamen 400 Teilnehmer.

"Der Schutz von Kindern in unserem Land kann nur vernetzt erfolgen. Die lokale Zusammenarbeit mit Schabernack ist ein erster Schritt dazu", so Becker, der Vorsitzender der Deutschen Kinderhilfe in MV ist. Auch in Schabernack widmet man sich seit Jahren verstärkt dem Kinderschutz. Hier werden Lehrer, Erzieher und Jugendarbeiter aus ganz MV für dieses Thema sensibilisiert. "Die Nachfrage nach diesen Seminarplätzen ist immens hoch", sagt Susanne Braun. Alle, von der Kita-Erzieherin bis zum Kinderarzt, müssten noch vernetzter und professioneller bei Kindeswohlgefährdungen handeln. Deshalb auch das Motto der Konferenz: "Gemeinsam tagen, gemeinsam handeln".

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