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Lokales

23. Oktober 2017 | 00:50 Uhr

Güstrow: Raddiebe schlagen öfter zu

vom

svz.de von
erstellt am 10.Sep.2010 | 07:36 Uhr

Güstrow | Für Radfahrer ist derzeit Hochsaison - und damit auch für Fahrraddiebe. Vor allem in den Sommermonaten verzeichnen die Polizeidirektion Rostock sowie auch die Polizeiinspektion Güstrow einen deutlichen Anstieg der Fahrraddiebstähle. Allein im August wurden in der Barlachstadt 41 Räder geklaut. Teilweise verschwinden hier pro Tag drei bis vier Drahtesel. Die meisten Betroffenen sehen ihre Räder nie wieder. Die Aufklärungsquote bei dieser Art von Kriminalität ist äußerst gering. Im Bereich der Polizeidirektion liegt sie bei gerade mal fünf Prozent, in Güstrow immerhin bei 8,1 Prozent.

Von 2008 auf 2009 verzeichnete die Polizeiinspektion Güstrow bereits einen sprunghaften Anstieg der Fahrraddiebstähle: Die Zahl stieg von 493 auf 556. Im gesamten PD-Bereich verschwanden vergangenes Jahr 2223 Räder. "Nahezu 50 Prozent der Gesamtkriminalität sind Diebstähle. In dieser Kategorie gehören Fahrraddiebstähle zur Massenkriminalität", erläutert Volker Werner, Pressesprecher der PD Rostock. Von den vergangenes Jahr registrierten 37 000 Diebstahl-Straftaten waren mehr als 2000 Fahrraddiebstähle. "Das ist schon eine absolute Dimension, eine richtige Größe", so Werner. "Wenn wir die Fahrraddiebstähle nicht hätten, würden wir bei der Kriminalitätsstatistik gut dastehen", ist er überzeugt.

Dass sich die Polizei bei Fahrraddiebstählen nicht besonders engagiere, weist Werner zurück: "Der Ermittlungsauftrag ist identisch, als wenn ein Auto geklaut wird." Dennoch sei diese Kriminalität schwer aufzuklären. "Deshalb setzen wir verstärkt auf Prävention." Wer viel Geld in ein Fahrrad investiere, solle sich auch ein gutes Schloss besorgen. Das Fahrrad solle zudem nicht nur ab-, sondern angeschlossen werden.

In der PD Rostock hat die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle einen Vorführraum zur Zweiradsicherung eingerichtet. "Hier können sich die Bürger Rat holen", so Werner. Regelmäßig gibt es zu diesem Thema auch Beratungszeiten in der Polizeiinspektion Güstrow. Zusätzlich bietet die Polizei Fahrradcodierungen an. Jedes Rad erhält eine individuelle Nummer. "Das erleichtert die Aufklärung und Zuordnung, wenn wir ein Rad wiederfinden", erklärt Werner.

Die Motive für den Fahrradklau sind unterschiedlich: "Fahrräder, die in Güstrow gestohlen werden, tauchen nicht in irgendeiner Großstadt wieder auf, sondern in der gleichen Stadt. Die Täter kommen meist aus der Region", so Werner. Oft werde ein Rad gestohlen, um einfach von A nach B zu kommen. Zum anderen würden Räder aber auch gezielt entwendet, um sie als Ersatzteillager auszuschlachten und den Rest irgendwo im Dorfteich zu entsorgen. "Es gibt einen regen Handel mit Ersatzteilen", so Werner. Ein weiteres Motiv: Das gestohlene Rad soll zu Geld gemacht werden.

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