Güstrow: Ausweise einen Tag später?

Gudrun Ziemann packt aus: Im Bützower Einwohnermeldeamt ist das neue Änderungsterminal schon  eingetroffen.Evelyn bubber-menzel
Gudrun Ziemann packt aus: Im Bützower Einwohnermeldeamt ist das neue Änderungsterminal schon eingetroffen.Evelyn bubber-menzel

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25. September 2010, 01:57 Uhr

Güstrow | Erst einen Tag nach dem einheitlichen Bundesstart am 1. November wird es in Güstrow möglicherweise die neuen Personalausweise geben. Der Grund: Traditionell sind in der Barlachstadt an einem Tag nach Wahlen die Bürgerbüros geschlossen. Und am 31. Oktober ist Bürgermeisterwahl.

Woran die voraussichtliche Verzögerung nichts ändert: Wer künftig einen neuen Personalausweis beantargt, muss tiefer ins Portmonee greifen. Nach der bundesweiten Einführung des neuen Personaldokuments ab 1. November hat dafür der Antragsteller ab 24 Jahren statt bisher acht Euro 28,80 Euro zu zahlen. Jugendliche ab 16 Jahren, die bisher ihren Erstausweis noch kostenlos erhalten, müssen dann 22,80 Euro hinblättern.

Dem sehen die meisten Einwohner im Kreis Güstrow offenbar gelassen entgegen; die Antragstellerzahlen in diesen Tagen gleichen denen vergangener Jahre. Im Güstrower Bürgerbüro im Rathaus ist Ingeborg Stampa ganz froh darüber, hat man hier doch mit der Bürgermeisterwahl im gleichen Zeitraum ohnehin gut zu tun.

Dennoch beruhigt Stampa: "Alle, die den Antrag bis 29. Oktober stellen, erhalten den Personalausweis noch in seiner jetzigen Form und zum jetzigen Preis." Entscheidend sei das Antragsdatum. Sie und ihre Kolleginnen müssten sich auf die Einführung der neuen Personalausweise aber auch erst vorbereiten. Eine Schulung gab es diese Woche bereits.

Auch neue Technik benötigen die Einwohnermeldeämter: ein neuer Rechner-Bildschirm, den die Antragsteller benutzen sollen, auch ein Signaturpad, weil die Antragsteller künftig ihre Unterschrift nicht mehr auf dem Dokument selbst leisten müssen, sondern auf diesem elektronischen Schreibblock. Der liest den Schriftzug in den Rechner ein. Verschlüsselt werden die Daten dann per Computer der Bundesdruckerei übermittelt, in der die Personalausweise gedruckt werden. Das "Lesegerät" wie auch einen zu beschaffenden Änderungsterminal bezahlt die Bundesdruckerei. Der neue Personalausweis hat nämlich einen Chip, der persönliche Daten eines jeden Antragstellers speichert. "Und die müssen wir ja mit einem Gerät lesen können."

"Auf jeden Fall rechne ich mit höherem Beratungsbedarf für die Bürger", sagt Ingeborg Stampa; bedeutet auch mehr Zeitaufwand für ihre Mitarbeiter. Antragsteller müssten ein so genanntes biometrisches Foto mitbringen, das von den Pässen der jüngsten Zeit bereits bekannt ist. Wer möchte, kann zudem seine Fingerabdrücke für eine erhöhte Sicherheit des neuen Ausweises aufbringen.

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