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Lokales

21. November 2017 | 15:03 Uhr

Güstrow: Angriff auf Wagen des Landrats

vom

svz.de von
erstellt am 08.Jun.2010 | 08:47 Uhr

Güstrow | Erneut ist ein hochrangiger Politiker in Güstrow Opfer eines Anschlags geworden: In der Nacht zu gestern schleuderten Unbekannte einen Stein gegen die Frontscheibe des Dienst-Mercedes von Güs trows Landrat Lutz da Cunha (SPD) unweit seines Wohnhauses in der Innenstadt. Die Scheibe ist gesplittert und eingerissen. Schaden: ca. 1200 Euro. Auch ein zweiter Wagen, ein Opel, wurde in unmittelbarer Nähe stark durch Steinwürfe beschädigt. Die von den Tätern verwendeten Pflastersteine stellte die Polizei sicher. Zurzeit geht der Leiter des Güstrower Polizeireviers, Hans-Joachim Kracht, noch nicht von einer politisch motivierten Sachbeschädigung aus. Da jedoch ein Zusammenhang dieses jüngsten Vorfalls mit den in den vergangenen Tagen verübten Angriffen auf Parteibüros vor allem in Güstrow (SVZ berichtete) nicht ausgeschlossen werden kann, übernahm der Staatsschutz die weiteren Ermittlungen.

Gegen 2.25 hatte eine Polizeistreife die Schäden an den beiden Autos in der Hafenstraße festgestellt. "Als ich die Polizei vor meiner Haustür bemerkte, bin ich gleich runter", so Landrat Lutz da Cunha gegenüber unserer Zeitung. Auch er habe sofort einen Zusammenhang zu den jüngsten Anschlägen in der Barlachstadt gezogen. "Ich kann es nicht ausschließen, kann aber gleichzeitig einen politischen Hintergrund nicht bestätigen", sagt da Cunha. Das Fahrzeug sei äußerlich nicht als Dienstwagen des Landrats zu erkennen. Auch dass ein zweiter Wagen noch erheblicher beschädigt worden sei, spreche eher für reinen Vandalismus.

Doch die gehäuften Anschläge auf Parteibüros, von denen noch keiner aufklärt ist, lassen aufhorchen. Allein in Güstrow wurden zuletzt die Parteizentrale der Linken sowie die Wahlkreisbüros der CDU-Landtagsabgeordneten Torsten Renz und des SPD-Landtagsabgeordneten Norbert Nieszery angegriffen. Immer gingen Scheiben zu Bruch. Die gleichzeitigen Schmierereien lassen in einigen Fällen zudem einen rechtsextremistischen Hintergrund vermuten. In ganz MV wurden dieses Jahr bereits mehr als 20 Büros von Politikern Opfer ähnlicher Anschläge. Rechtsextremisten hatten nach Worten von Innenminister Lorenz Caffier (CDU) im Internet dazu aufgerufen, Abgeordnetenbüros einen "Besuch abzustatten". An manchen Tatorten waren auch eindeutige Hinweise auf Extremisten zu finden.

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