zur Navigation springen
Lokales

23. September 2017 | 18:30 Uhr

Grundstein in der größten Baugrube

vom

svz.de von
erstellt am 02.Jun.2010 | 07:24 Uhr

Altstadt | Sie ist die derzeit größte, spektakulärste und teuerste Baustelle der Stadt. In der Baugrube der Marienplatz-Galerie wurde gestern Vormittag der Grundstein versenkt. Während sich in der Martinstraße Projektentwickler, Investoren, Architekten und Politiker zuprosteten, gingen in neun Meter Tiefe die Bauarbeiten ungebremst weiter. Im nächsten Frühjahr soll die siebenstöckige Galerie mit Tiefgarage, Hotel und 50 Geschäften eröffnet werden. Bislang wird noch im ersten Geschoss, der Garage mit 148 Stellplätzen, gearbeitet.

"Wir haben unheimlich viel Glück, dass wir in der schlimmsten Wirtschaftskrise nach dem Weltkrieg dieses 80-Millionen-Vorhaben pünktlich fertigstellen können", sagte Projektentwickler Joachim Tenkhoff. Lediglich das Absacken der Wismarschen Straße Anfang Mai, das vermutlich durch zwei Anker verursacht worden war, die in eine Wasserader gegriffen hatten statt in festen Grund, führte zu einem kurzen Erschrecken. "Glücklicherweise ist alles glimpflich abgelaufen", betonte Tenkhoff. Die Kosten für die Sanierungsarbeiten an der Wismarschen Straße trug die Firma Tenkhoff Properties.

Eine 5700 Quadratmeter umfassende Baustelle mitten in der City auf einem komplizierten Untergrund - dass Architekten, Statiker und Ingenieure vor einer besonderen Herausforderung standen, war den Beteiligten schon 2007 klar, erinnert sich Architekt Dr. Gunnar Noack. Im Sommer vor drei Jahren schaute er sich das potenzielle Galerie-Areal erstmals an. Im folgenden Winter wurde das Vorhaben publik gemacht. Die möglichen Eröffnungstermine verschoben sich seitdem von Frühjahr 2010 auf Herbst 2010 bis schließlich April 2011. Dass bei so einem Mammutprojekt immer Unwägbarkeiten den Termin verzögern können, betonten alle Beteiligten von Anfang an.

Die Hürden kamen: Eine Bürgerinitiative machte sich stark für den Erhalt der denkmalgeschützten Häuser und des Kornspeichers an der Helenen- und Wismarschen Straße. Erst eine Ausnahmegenehmigung des Bauministers ermöglichte den Abriss. Während der Aushubphase dauerten die Arbeiten der Archäologen länger als geplant. Schließlich erschwerte die Wirtschaftskrise das Finanzierungsgeschäft. Auch der lange Winter kostete einige Wochen.

Im Rückblick loben die Investoren indes die gute Zusammenarbeit mit der Stadt. "Die Unterstützung war beispielhaft, das haben wir selten bei solchen Großprojekten", erklärte Christian Kückelhaus von der Generali Deutschland Immobilien GmbH. Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow gab das Kompliment zurück: "Das Projekt hatte von Anfang an eine Mehrheit in der Stadt und wurde von Bürgern und Politik kontinuierlich begleitet. So etwas wünsche ich mir für alle Bauprojekte in Schwerin."

Auch Ministerpräsident Erwin Sellering gehört in seiner Mittagspause zu den "Bürgern", die gerne durch den Bauzaun schauen. "Die Baustelle zeigt eindrücklich, dass es auch nach der Buga weitergeht in Schwerin", sagte er bei der Grundsteinlegung. Die Anziehungskraft der Innenstadt für Schweriner und Besucher werde durch das neue Center sicher erhöht.

Der Marienplatz selbst soll in dieser Bauphase ebenfalls neu gestaltet werden. Oberbürgermeisterin Gramkow kündigte an, dass die Planungen bald beginnen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen