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Kreis Güstrow : Grundsicherung: Kosten explodieren

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Seit Einführung der Grundsicherung im Jahr 2003 ist die Zahl der Menschen, die diese Unterstützung des Staates brauchen, im Jahr 2009 landesweit erstmals leicht gesunken. Auch im Kreis Güstrow.

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erstellt am 23.Jan.2011 | 05:59 Uhr

Güstrow | Seit Einführung der Grundsicherung im Jahr 2003 ist die Zahl der Menschen, die diese Unterstützung des Staates brauchen, im Jahr 2009 landesweit erstmals leicht gesunken. Auch im Kreis Güstrow.Nach Angaben des Statistischen Landesamtes bezogen hier 878 Männer und Frauen Grundsicherung. Das entspricht einem Rückgang um 5,5 Prozent. Im Vergleich zu 2003, als die Grundsicherung eingeführt wurde, ist die Zahl der Bedürftigen überall massiv gestiegen, im Landkreis Güstrow um 66,6 Prozent.

Obwohl die Zahl der Grundsicherungsempfänger 2009 im Vergleich zum Jahr zuvor gesunken ist, sind die Ausgaben jedoch gestiegen. Im Kreis Güstrow mussten 3,69 Millionen Euro für die Grundsicherung aufgewendet werden. Im Jahr zuvor waren es nur 3,34 Millionen Euro. Das entspricht einer Erhöhung um 10,50 Prozent.

Die Kosten also explodieren. Umstritten ist seit Jahren das Prinzip der Grundsicherung und anderer staatlicher Unterstützungen. Kritiker, wie z.B. die Partei Bündnis 90/Die Grünen, bemängeln die ihrer Meinung nach unzureichende finanzielle Absicherung der Hilfebedürftigen. Diese liege oft unter dem Existenzminimum. Dadurch würden große Schichten der Bevölkerung aus dem gesellschaftlichen Leben ausgegrenzt. Der Umbau der Sozialsysteme sei daher unausweichlich. Auch der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband sieht Handlungsbedarf, denn nach seinen Berechnungen könnte Altersarmut schon in wenigen Jahren trotz der jetzt vorhanden Unterstützungen zu einem noch massiveren Problem werden. Dann nämlich, wenn die jetzt Langzeitarbeitslosen ins Rentenalter kommen. Sie haben zu wenig eingezahlt, um von ihrer Rente leben zu können.

Eines der Hauptziele des "Gesetzes über eine bedarfsorientierte Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung" war es, Altersarmut zu verhindern. Viele ältere Menschen hätten aus Scham keine Sozialhilfe beantragt, obwohl ihre Rente nicht zum Leben ausgereicht. Doch in Wahrheit sind die Empfänger von Grundsicherung landesweit zu 67 Prozent jüngere Menschen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren, die wegen Krankheit oder Behinderung dauerhaft erwerbsgemindert sind.

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