Großübung in Weitendorf

 Per Lore  unter Atemschutz wurden   Materialien transportiert.
1 von 2
Per Lore unter Atemschutz wurden Materialien transportiert.

Was passiert, wenn ein Zug mit Kesselwagen voll Biodiesel auf der Eisenbahnstrecke Sternberg - Blankenberg entgleist? Rund 180 Helfer aus dem ganzen Landkreis Parchim trainierten bei einer Großübung in unwegsamen Gelände bei Weitendorf den Ernstfall.

von
01. November 2009, 07:20 Uhr

Weitendorf | Der Landkreis Parchim führte am vergangenem Freitagabend seine zweite Gefahrgutübung in diesem Jahr durch. Beteiligt waren 180 Helfer von Feuerwehren, Rettungsdiensten und Technischem Hilfswerk. Einsatzort: Die Bahnlinie zwischen Sternberg und Blankenberg.

Das Szenario der Großübung kam realen Bedingungen sehr nahe. Auf der Bahnstrecke zwischen Sternberg und Blankenberg war ein Zug mit mehreren Kesselwagen entgleist. Eine Katastrophe, wie sie auf dieser Strecke durchaus denkbar wäre, denn das nahe Biodieselwerk transportiert seine gefährlichen Produkte auf dieser Strecke.

Am vergangenem Freitagabend um 17.24 Uhr wurden die Feuerwehren in Sternberg und Brüel alarmiert. Vor Ort wurde klar, dass die Kameraden Hilfe benötigen. Weitere Wehren wurden nachalarmiert.

Unter Atemschutz erkundeten die Helfer das Terrain. Dabei entdecketen sie Verletzte und Tote im und neben dem Zug. Das Gelände ist schwer zugänglich. Die Warnow versperrt den Weg ebenso wie umgestürzte Bäume und Morast. An Hand der Begleitpapiere an den Eisenbahnwagons erkannten die Einsatzkräfte, dass sich Biodiesel in einigen Kesselwagen befindet. Auch Methylclorid sollte geladen sein und strömte aus. Das Kältemittel kann zu Bewusstlosigkeit führen und bildet mit Luft ein explosives Gemisch, ist den Experten vor Ort klar. Hier müssen Spezialisten mit Chemieschutzanzügen ran. Der Gefahrgutzug des Landkreises Parchim wurde anfordert.

Zwischen Leezen und Suckow heulten Sirenen. In Parchim machten sich die Zugführung, die Besatzung des Gefahrgutwagens sowie Helfer auf den Weg. In Lübz rückte die Dekontaminationsgruppe aus. Einsatzleiter vor Ort war Enrico Bill aus Parchim. Die Haupteinsatzleitung lag in den Händen des Kreiswehrführers Dietmar Arendt. Zunächst wurde die Rettung der "Verletzten" und die Bergung der "Toten" organisiert. Die Lübzer Kameraden bauten eine Dekontaminationsstrecke auf. Im Laufe des Abends wurden weitere CSA-Träger angefordert.

Um 22.15 Uhr war die Übung beendet und der Rückbau konnte beginnen. Die Kameraden des Sanitäts- und Betreuungszuges des DRK versorgten die Einsatzkräfte in Zelten.

In den kommenden Tagen werden alle Details genau ausgewertet. Reserven gibt es vor allem bei der Koordination der Gruppen untereinander. Künftig sollen evtl. alle CSA-Träger gleichzeitig alarmiert werden, um wertvolle Zeit zu sparen. Nach der letzten Gefahrgutausbildung in Dargelütz konnten viele der Beteiligten von den Erfahrungen profitieren.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen