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Lokales

26. September 2017 | 07:18 Uhr

Großübung an der Wohlenberger Wiek

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svz.de von
erstellt am 10.Okt.2010 | 08:07 Uhr

Nordwestmecklenbrug | Mehr als 200 Einsatzkräfte haben am Sonnabend eine Ölabwehrübung an der Woh lenberger Wiek absolviert. Das Szenario: Beim Betanken eines Schiffes waren mehrere hundert Liter Öl in die Ostsee gelaufen. Eine Katastrophe - denn bereits wenige Tropfen Öl können mehrere Millionen Liter Wasser unbrauchbar machen, sagte Ralf Hecht vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StaLU). Das StaLU koordinierte die Übung. "Der zunehmende Schiffsverkehr auf der Ostsee und die damit steigenden Transporte von Öl und anderen Wasser gefährdenden Stoffen bedrohen zunehmend Umwelt und Menschen", erklärte Regina Rinas, Leiterin des StaLU in Schwerin.

Das Kommando am Anleger hatte Ronald Kogel. "Wir trainieren mit Booten das Ausbringen von Ölsperren, um zu verhindern, dass sich Öl weiter ausbreiten", sagte der stellvertretende Geschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes in Nordwestmecklenburg.

Mit ihrem Schlauchboot wollten Feuerwehrleute aus Bad Kleinen die Ölsperren vom Anleger ins Wasser ziehen. Doch das klappte nicht. Die Ölsperren waren zu schwer. Das Katastrophenschutzboot des Landkreises musste aushelfen. Am Steuer war die erst 16-jährige Jennifer Blodau aus Neuendorf bei Gadebusch. Sie gehört zum DRK. Die Anweisungen auf dem Boot gab Andreas Zielke. Wenige Minuten später waren 150 Meter Ölsperre ausgelegt, die 60 Zentimeter tief ins Wasser ragte.

Auch die Feuerwehr Bad Doberan kam zum Einsatz. Sie die einzige Wehr in MV, die einen so genannten Ölmopp hat. Der Mopp besteht aus Textilien. Daran soll im Ernstfall Öl haften bleiben. Per Motor wurde der Mopp aus dem Wasser gezogen. Zwei Pressen wrangten ihn aus. Das Öl würde im Ernstfall in einen Behälter aufgefangen.

Eine Erkenntnis der Übung: Das Boot der Feuerwehr aus Bad Kleinen ist an seine Leistungsgrenze gestoßen. "Für solche Einsätze ist es nicht geeignet. Es hat nicht genügend Power", sagte Ronald Kogel vom DRK. Udo Boddien, Sachbearbeiter Katastrophenschutz beim Kreis: "Wir müssen über Ersatz nachdenken." 60 bis 70 PS seien wohl mindestens notwendig, schätzt Boddien. Insgesamt verfügt der Landkreis über 500 Meter Ölsperren.

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