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Lokales

22. August 2017 | 03:49 Uhr

Großprojekt abgeschaltet

vom

Schwerin | Der Stromkonzern Eon wird die Pläne zum Bau eines Gaskraftwerkes bei Lubmin vorerst nicht weiterverfolgen. "Wir werden das Projekt in den nächsten Jahren nicht realisieren", sagte gestern gegenüber unserer Redaktion Eon-Sprecher Andreas Brandtner. Darauf habe man sich jetzt auch mit dem Partner für das Kraftwerk, dem russischen Konzern Gazprom, geeinigt. Grund für die Entscheidung sei die schwierige Lage: "Das geht wirtschaftlich nicht auf, rechnet sich zur Zeit nicht." Unter anderem Einkauf und Verkauf entsprächen sich nicht, führte er ein Beispiel an.

Ganz begraben sei das Projekt aber nicht: "Wir behalten das Grundstück. Lubmin ist ein exzellenter Standort", sagte Brandtner. Wann Eon die Pläne möglicherweise wieder aus der Schublade holt, könne jetzt nicht gesagt werden: "Nicht in den nächsten drei oder fünf Jahren, also längerfristig."

Das von Dong Energy geplante Steinkohlekraftwerk bei Lubmin ist inzwischen schon gescheitert (wir berichteten). Und auch für das zweite, vom baden-württembergischen Energiekonzern EnBW in Lubmin geplante, Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk stehen die Zeichen nicht gerade auf Grün: Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) räumte gestern den Projekten kaum mehr eine Chance ein. "Ich bin da eher pessimistisch. Es ist problematisch, dass man sich nicht entscheiden kann", sagte Seidel bei der Vorstellung des Wirtschaftsberichtes MV 2010 in Schwerin. "Möglicherweise liegt es daran, dass die Investoren mit vielen anderen Großprojekten beschäftigt sind", so der Minister über die Gründe für das lange Zögern der potenziellen Investoren.

EnBW bestätigte Komplikationen: "Wir benötigen unter anderem einen langfristigen Liefervertrag. Und das ist momentan sehr, sehr schwierig", sagte EnBW-Sprecher Dirk Ommeln. Dennoch wolle der Energiekonzern "das Projekt und das Genehmigungsverfahren weiterverfolgen". Zu zeitlichen Abläufen lasse sich allerdings momentan nichts Konkretes sagen, räumte der Sprecher ein.

Lubmin ist als Standort für Gaskraftwerke auch interessant, weil dort die im Bau befindliche Ostsee-Gaspipeline Opal aus Russland anlandet. Zumindest diese Investition ist offenbar auf einem guten Weg: Mitte August feierten die Bauherren Halbzeit. Seit Baubeginn im September 2009 waren zu dem Zeitpunkt 250 der insgesamt 470 Kilometer langen Trasse verlegt worden.

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erstellt am 23.Sep.2010 | 08:11 Uhr

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