zur Navigation springen
Lokales

19. November 2017 | 18:52 Uhr

Großer Zapfenstreich in Rostock

vom

svz.de von
erstellt am 21.Okt.2010 | 08:34 Uhr

Rostock | Premiere in Rostocks Stadtgeschichte: Gestern haben das Wachbataillon des Verteidigungsministeriums und das Marinemusikkorps Ostsee den Großen Zapfenstreich - das höchste militärische Zeremoniell der Bundeswehr - auf dem Neuen Markt ausgeführt. Die Veranstaltung stand unter dem Motto "20 Jahre Deutsche Einheit - 20 Jahre Deutsche Marine in Rostock und Mecklenburg-Vorpommern". Damit bedankten sich die Soldaten für die freundliche Aufnahme und das gute Verhältnis zur Bevölkerung.

Unter den Klängen des "Yorckschen Marsches" marschierten die Musiker in Begleitung von Fackel- und Gewehrträgern für das etwa einstündige Zeremoniell auf dem Neuen Markt auf. Befehligt wurden sie dabei von Oberstleutnant Marcus Peter Göttelmann, dem Kommandeur des Wachbataillons. Nach Einnahme und Ausrichtung der vorgeschriebenen Formation erstattete er Meldung an den Marineamtschef, Konteradmiral Dr. Horst-Dieter Kolletschke. In der anschließenden Serenade, die als einziger Bestandteil der Zeremonie an den jeweiligen Anlass angepasst werden darf, erklangen je ein Marsch für Heer, Luftwaffe und Marine. "Es gibt ja nicht nur die Marine in Mecklenburg-Vorpommern", sagt Kolletschke.

Die enge Verbundenheit zwischen Rostock und Marine betonte Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos: "Die Marine ist vom ersten Tag an als Mitgestalter aufgetreten." Aus dem gesellschaftlichen Leben sei sie schon gar nicht mehr wegzudenken. "Unser Bekenntnis ist ganz klar: Wir stehen zu unseren Soldaten am Standort", sagt Methling.

Auf einem Festempfang zum 20-jährigen Jubiläum der Bundesmarine würdigte Ministerpräsident Erwin Sellering zuvor den Beitrag der Bundeswehr zum Aufbau des Landes. Es sei eine enge Verbundenheit mit der Marine gewachsen, "eine Verbundenheit, die uns viel bedeutet", sagte der Regierungschef. Zugleich bekräftigte er sein Nein zum Einsatz am Hindukusch. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Eckhardt Rehberg warf Sellering eine verantwortungslose und feindselige Haltung zur Bundeswehr vor. "Die Bundeswehreinsätze nach Gut und Böse zu untergliedern, ist naiver Populismus", erklärte der CDU-Landesvize. Auch andere CDU- Landespolitiker erinnerten daran, dass der Bundestag die Soldaten beauftragt habe, einen Beitrag zur Stabilisierung Afghanistans zu leisten und es ein UN-Mandat gebe. Der Chef der SPD-Landtagsfraktion, Norbert Nieszery, warf Rehberg "billige Polemik" und "naive Kriegsbegeisterung" vor. Die Linkspartei und andere linksgerichtete Gruppen hatten zu einer Demonstration gegen die militärische Feier aufgerufen.

Für den Festakt waren die aktiven Soldaten aus ihren Kasernen in Berlin und Kiel nach Rostock gereist. Denn die Angehörigen des Wachbataillons sind speziell für protokollarische Ehrendienste ausgebildet. Sie müssen zwischen 1,75 und 1,95 Meter groß sein und dürfen keine körperlichen Einschränkungen aufweisen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen