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Bleckede: Erweiterung des Biosphaeriums mit Biberburg wurde eingeweiht : Großer Bahnhof für einen kleinen Kerl

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Er dürfte den Rummel verschlafen haben, immerhin musste er sich nach der Reise von der Elbe in Sachsen-Anhalt ausruhen und im neuen Revier eingewöhnen, der erste Bewohner der Biberburg des Biosphaeriums.

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erstellt am 08.Jun.2011 | 05:45 Uhr

Bleckede | Er dürfte den ganzen Rummel selig in seinem Kessel verschlafen haben, immerhin musste er sich nach der Reise von der Elbe in Sachsen-Anhalt erstmal ausruhen und eingewöhnen im neuen Revier, der erste Bewohner der Biberburg des Biosphaeriums in Bleckede. Beim Blick durch die Glasscheibe in seinen Kessel rührte sich dort jedenfalls nichts. Doch da nun alles fertig ist an der Erweiterungsanlage, alle Aquarien mit Fischen besetzt sind und eben auch die Biberburg mit Leben erfüllt ist - ein zweiter Biber wird demnächst noch kommen - galt es dieses Ereignis gebührend zu feiern. Die Stadt Bleckede und das Biosphaerium hatten eingeladen und die Gäste kamen in großer Zahl.

Projekt zu zwei Dritteln von der EU gefördert

Bürgermeister Jens Böther hatte eine lange Liste vor sich und bedankte sich bei seinem Stadtrat für die Entscheidung, bei Planern, den Ausführenden und natürlich mit besonderem Nachdruck bei den Geldgebern. Das rund 1,4 Millionen Euro teure Projekt wurde zu zwei Dritteln aus EU-Mitteln und das fehlende Drittel durch Gelder der Metropolregion Hamburg, der Allianz Umweltstiftung, der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung finanziert. Deren Vertreter waren alle gekommen, Lutz Spandau von der Allianz-Umweltstiftung gar ganz aus München. Der brachte als Geschenk nochmal 5000 Euro mit für einen noch zu bauenden Pavillon, der Kindern und Jugendlichen für Unterricht in Sachen Naturschutz und Flora und Fauna an der Elbe dienen soll.

Jens Böther ließ die Zeit, bevor die Entscheidung für das Projekt in Bleckede gefallen war, noch einmal Revue passieren. Denn es hatte hitzige Diskussionen darüber gegeben und mit nur einer Stimme Mehrheit ging das Projekt durch den Stadtrat. Gegner bezweifelten, dass die prognostizierten Besucherzahlen - für das erste Jahr müssten es 43 000 und später im Schnitt 37 000 sein - realistisch eingeschätzt wurden. "Es geht darum, mit diesem einmaligen Projekt, unsere Wirtschaftskraft zu steigern. So etwas wie hier in Bleckede finden sie sonst nirgendwo an der Elbe und auch nicht an anderen Flüssen", betonte der Bürgermeister.

Das Besondere an der Aquarienlandschaft in Bleckede ist, dass hier ein Querschnitt durch die Elbe gelegt wird und die Arten, die wirklich hier im Fließgewässer, in den Buhnen und den Altarmen vorkommen, zu zeigen. Wie zum Beispiel den Stör, der im Hintergrund in seinem Becken majestätisch seine Kreise zog.

Das Erleben echter Tiere ist durch nichts zu ersetzen

Als Festredner war Staatssekretär Stefan Birkner aus dem Niedersächsischen Ministerium für Umwelt und Klimaschutz gekommen, der schon bei der Grundsteinlegung dabei gewesen war. Das Anschauen von echten Tieren sei durch nichts zu ersetzen, so Birkner. "Ziel unserer Naturschutzpolitik ist es, die Menschen mitzunehmen und ihre Begeisterung für die Natur zu stärken. Persönliche Begegnungen mit Tieren sind ein Schlüssel dazu." Im Anschluss an alle Reden ging es dann grüppchenweise durch die Aquarienlandschaft und danach in die Biberburg. Hier wird der Besucher gebeten, leise zu sein und nicht mit Blitzlicht zu fotografieren. Dann sieht er durch eine Glasscheibe direkt ins Wohnzimmer von Meister Bockert, wenn er sich denn nicht gerade draußen zu schaffen macht. Bis 1991 galt der Biber als ausgestorben. Heute gibt es wieder zwischen 400 und 500 Tiere an der Elbe, die sich in rund 100 Revieren tummeln.

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