Großer Auftritt der Jungzüchter

<strong>Rebecka Kalaß  (5)  übt</strong> mit einem Kalb für den  Jungzüchter-Vorführwettbewerb auf der morgigen Prignitz-Tierschau  in Gulow .<foto>manfred drössler</foto>
Rebecka Kalaß (5) übt mit einem Kalb für den Jungzüchter-Vorführwettbewerb auf der morgigen Prignitz-Tierschau in Gulow .manfred drössler

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01. Juli 2010, 07:20 Uhr

Gulow | Was Rebecka einmal beruflich werden möchte, weiß sie noch nicht genau, schließlich ist das Mädchen erst fünf Jahre alt. Auf jeden Fall dürfte sie aber die jüngste Teilnehmerin am Jungzüchter-Vorführwettbewerb der 17. Prignitz-Tierschau am 3. Juli in Gulow sein. Angeregt, als Youngster eine eineinhalbmonatige Färse vorzuführen, wurde sie von der Mutti, einer Tierärztin, aber vor allem durch Tierarzthelferin Sabine Wegt. Die heute 21-Jährige nahm bereits als Kind am Wettbewerb teil, ist auch morgen wieder dabei, und übertrug diese Begeisterung auf Rebecka. Die Fünfjährige und Sabine vertreten gemeinsam mit drei weiteren Jungzüchtern die Agrargenossenschaft Karstädt. Wie Rebecka und Sabine ist Christian Knaak (10) familiär "vorbelastet": Die Mutti erlernte als Erstberuf Tierwirtin, der Opa, jetzt im Ruhestand, ist gestandener Landwirt, leitete mehr als drei Jahrzehnte die Milchviehanlage bzw. spätere Agrargenossenschaft Karstädt. Ariane Mai (22) als Vierte im Bunde lernte 2009 aus und wurde als Tierwirtin von der Genossenschaft übernommen.

Auch Jörg Madaus fand 2007 nach der Lehre eine Festanstellung in der Karstädter Genossenschaft. Er ist in der Betreuung der Mutterkuhherden tätig und nahm bereits an Jungzüchter-Vorführwettbewerben teil. "Wichtig ist das richtige Aufstellen des Tieres zum Preisrichter und das Befolgen seiner Anweisungen", erzählt der 24-Jährige, der 2009 in Gulow einen 2. Platz belegte. Diesmal wird er eine Fleckvieh-Mutterkuh mit Kalb vorführen. Das Vorführen sieht einfacher aus als es ist, muss man doch den eigenen Willen dem des Tieres aufzwingen. Die Kühe, besonders Färsen, seien da manchmal eigensinnig, hinzu komme die Nervosität durch die Wettkampfsituation, weiß auch Christian Wegt. Er darf als 26-Jähriger nicht mehr am Jungzüchter-Wettbewerb teilnehmen - die Altersgrenze endet bei 25, war aber in den Vorjahren mit guten Ergebnissen vertreten und gibt seine Erfahrungen an die Jüngeren weiter. Christian ist jetzt zehn Jahre in der Agrargenossenschaft Karstädt, begann 2000 seine Lehre als Landwirt und arbeitet wie Jörg in der Mutterkuh-Betreuung. Landwirt zu werden, wertet der junge Mann als richtige Entscheidung - "die Arbeit macht mir Spaß, ich könnte mir keinen besseren Beruf vorstellen", meint der junge Mann, der damit eine Familientradition fortführt.

"Wir werden unsere Anstrengungen in der Nachwuchsgewinnung verstärken, denn wir müssen verjüngen", macht Lothar Pawlowski, Vorsitzender der Agrargenossenschaft, deutlich. Der Altersdurchschnitt der aktuell 46 Beschäftigten liegt bei 46 Jahren. Acht Mitarbeiter sind älter als 55 Jahre, 26 zwischen 45 und 55 Jahren. Viele sind seit 1977, dem Bestehen der Milchviehanlage, im Betrieb. Nach 1990 hatte die Genossenschaft die Ausbildung vorübergehend eingestellt, war doch zu der Zeit ein großes Potenzial an Lehrlingen vorhanden, von denen sechs übernommen wurden.

Ausgebildet wird wieder seit 1999. "Zum 1. August stellen wir zwei Lehrlinge zur Ausbildung als Landwirte ein", erzählt Lothar Pawlowski. Was nicht nur er feststellt: Die Zahl der Bewerber sei sehr, sehr mäßig, auch lasse die Qualität der Ausbildungsvoraussetzungen zu wünschen übrig.

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