Ermittlungen wegen Brandstiftung auf Herzogin Donatas Wunschfläche : Großeinsatz: Wald bei Witzin fing Feuer

Löscheinsatz im Dunkeln: Rund 70 Feuerwehrleute aus der Region rückten zum Brand in den Witziner Wald aus. Oliver Borat
Löscheinsatz im Dunkeln: Rund 70 Feuerwehrleute aus der Region rückten zum Brand in den Witziner Wald aus. Oliver Borat

Ausgerechnet auf der Waldfläche, die Herzogin Donata zu Mecklenburg kürzlich im Tausch gegen Kunstschätze von der Landesregierung begehrte, standen in der Nacht zu gestern viele Bäume und Sträucher in Flammen.

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11. Mai 2011, 07:11 Uhr

Witzin | Wieder Aufregung um den Wald östlich Witzins: Ausgerechnet auf der Fläche, die Herzogin Donata zu Mecklenburg kürzlich im Tausch gegen Kunstschätze von der Landesregierung begehrte, standen in der Nacht zu gestern viele Bäume und Sträucher in Flammen. Geschätzter Schaden: 10 000 Euro. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der Brandstiftung.

"Hier qualmts noch", ruft gestern Mittag ein Forstarbeiter seinem Kollegen zu. Noch Stunden nach dem Löschen halten die Männer der Forstverwaltung Brandwache. Auf einer Fläche von etwa einem halben Hektar ist der Boden schwarz, große Kiefern sind angekohlt, kleine Buchen dazwischen vom Feuer gezeichnet. Glück im Unglück: Als das Feuer sich ausbreitete, war es fast windstill. "Sonst wäre es nicht so glimpflich ausgegangen", erklärt Amtswehrführer Olaf Schröder.

Gegen 20.30 Uhr riss die Leitstelle die Blauröcke der Region aus dem Privatleben. Rund 70 Feuerwehrleute - aus Witzin, Sternberg, Kobrow, Dabel und Brüel - rückten an, um die vielen Brandherde im Wald nördlich der B 104 zu löschen. Die gute Ausrüstung der Wehren habe geholfen, Schlimmeres zu verhindern, so Schröder. 15 000 Liter Wasser hatten die Fahrzeuge zum Löschen an Bord; eine Wärmebildkamera habe im Dunkeln gute Dienste geleistet. Schröder: "Damit konnten wir gut die Glutnester finden und gezielt ablöschen."

Die vielen Brandstellen auf großer Fläche im Wald rief noch in der Nacht die Kripo auf den Plan. "Wir ermitteln zunächst wegen fahrlässiger Brandstiftung", so Polizeisprecher Klaus Wiechmann. Schon eine weggeworfene Zigarette könnte bei der extremen Trockenheit im Wald das Feuer ausgelöst haben. Es sei aber auch nicht auszuschließen, dass Feuerteufel am Werk waren.

Zu großer Vorsicht im Wald mahnen Polizei und auch Revierförster Torsten Doer. "Das Befahren und Betreten des Waldes ist bei der aktuellen Waldbrandwarnstufe untersagt", so Doer. An der Stelle, die brannte, führt ein breiter Weg in den Wald. Es sei ein beliebter Ort für Autofahrer zum Rasten, weiß der Förster. Ihn wundert: Sollte der Wald sich selbst entzündet haben, warum dann abends, "wenn die Sonne verschwunden ist?" Dass es dort brannte, wo Herzogin Donata gern Besitzerin geworden wäre, wollte gestern niemand kommentieren.

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