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Waidmänner verstärken Druck auf Wildschweine : Große Felder machen es den Jägern schwer

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Die Ernte hat begonnen und zumindest die Raps- und Getreidefelder lichten sich nach und nach. Die Flächen, auf denen das Wild sichere Verstecke findet, werden wieder geringer und die Chancen für Jäger steigen.

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erstellt am 29.Jul.2011 | 06:15 Uhr

Ludwigslust | Die Ernte hat begonnen und zumindest die Raps- und Getreidefelder lichten sich nach und nach. Die Flächen, auf denen das Wild sichere Verstecke findet, werden wieder geringer und die Chancen für Jäger steigen. Vor allem der Bestand der Wildschweine muss wie auch im übrigen Mecklenburg-Vorpommern im Landkreis Ludwigslust reduziert werden. Bis zu 7000 der Schwarzkittel werden jährlich in den 17 Hegeringen erlegt, aber der Bestand geht kaum zurück.

Dabei haben sich Jäger und Landwirte bereits 2009 auf eine gemeinsame Strategie geeinigt, der Schwarzwildbestände Herr zu werden. Dieser Maßnahmenplan sieht unter anderem die Einführung eines landesweiten Abschussmeldesystems, Revier übergreifende Schwarzwildjagden und eine verstärkte Jagd nach der Ernte vor. Darüber hinaus verpflichteten sich Landwirte, unmittelbar neben größeren Mais- und Rapskulturen sowie an Feuchtgebieten niedrig wachsende Kulturen zu pflanzen, um die Jagd auf die Schwarzkittel zu erleichtern. "Das fordern die Jäger schon seit Jahren und inzwischen gehen auch einige Landwirte dazu über", sagt Wilfried Röpert, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Ludwigslust. Dennoch seien die Ackergrößen im Landkreis ein Problem für die Jagd - vor allem auf Schwarzwild. Die Wildschweine konnten sich bis zum Erntebeginn die Äcker aussuchen, in denen sie sich versteckten. Jetzt wandern sie nach und nach in den Mais ab. Um der Lage Herr zu werden, hat Mecklenburg-Vorpommern die Schonzeiten der Wildschweine von der bundesweiten Regelung losgelöst. Während in anderen Bundesländern Schwarzwild von Ende Januar bis 15. Juni geschont wird, darf es in MV bis auf führende Bachen ganzjährig bejagt werden.

Das ist notwendig, denn nicht nur die Landwirtschaft beklagt Schäden, es besteht bei erhöhten Wildschweinpopulationen zunehmend die Gefahr von Seuchen wie der Schweinepest. Und in dieses Jahr entwickelt sich sehr positiv für die Schwarzkittel. "Wir erwarten eine starke Buchenmast, wodurch die Wildschweine viel Nahrung finden werden", sagt Wilfried Röpert. Schwerpunkte der Wildschweinpopulation sieht er im Landkreis um Schildfeld, Boizenburg und Lübtheen, aber auch im Rögnitztal. Sie suchen oftmals die Felder schon während der Aussaat auf und ernähren sich vom Saatgut, insbesondere von Kartoffeln und Getreide. Aber auch reife Feldfrüchte sind vor Wildschweinen nicht sicher. Hinzu kommen Wiesenschäden. Insbesondere im Herbst und Winter suchen Wildschweine Wiesen und Weiden auf und wühlen dort auf ihrer Suche nach Engerlingen und Mäusen den Boden um.

Landwirte können die Schäden bei den jeweiligen Jagdpächtern melden und bekommen vom Land eine Entschädigung. Ziel der Jagd ist es aber die Populationen des Wildes so zu verringern, dass möglichst wenige Schäden verursacht werden.

Am Montag endet auch die Schonzeit für Rothirsche und deren Kälber. Beim Rotwild gibt es im Landkreis einen guten Bestand, der von den Jägern erhalten wird.

Anders sieht es bei Tieren aus, die eingewandert sind oder eingeführt wurden. So bereitete das vermehrte Auftreten des Marderhundes in den vergangenen Jahren Sorge. Doch die Zahl der Tiere geht offenbar zurück. "Die Abschusszahlen zeigen das deutlich", sagt Röpert. Neben der Jagd sei der Ausbruch von Staupe mit verantwortlich für den Rückgang.

Vermehrt macht sich aber der Waschbär im Landkreis bemerkbar. Zum einen wagen sich die nächtlichen Räuber bis an Wohnhäuser heran. Zum anderen bevorzugen sie ähnliche Nahrung wie heimische Tiere, die so zurück gedrängt werden könnten.

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