Große Auftritte für die Königin

 Blick ins Innere der Frieseorgel: Im kommenden Jahr bekommt das Instrument eine Schutzhülle, damit es bei den Bauarbeiten keinen Schaden nimmt.Michael-günther Bölsche
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Blick ins Innere der Frieseorgel: Im kommenden Jahr bekommt das Instrument eine Schutzhülle, damit es bei den Bauarbeiten keinen Schaden nimmt.Michael-günther Bölsche

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23. Februar 2010, 10:17 Uhr

Parchim | In den kommenden Monaten ist es Musikfreunden und Besuchern der St. Georgenkirche noch einmal in vielfältiger Weise vergönnt, die "Königin" in all ihren Klangfarben zu erleben. Das von Friedrich Friese dem III. 1871 geschaffene Instrument erhält bis Ende des Jahres zahlreiche große Auftritte. Ganz bewusst hat St. Georgenkantor Fritz Abs den Kirchenmusikplan 2010 (der Flyer liegt in Kürze aus) auf die Orgel zugeschnitten: Denn ab 2011 und damit genau zehn Jahre nach ihrer meisterhaft vollendeten Restaurierung, bekommt die Königin eine "Zwangspause" verordnet: Das Instrument muss eingehaust werden, damit es bei den umfassenden, über mehrere Abschnitte erfolgenden Baumaßnahmen an dem Gotteshaus keinen Schaden nimmt. Vor allem der Baustaub würde der sensiblen Königin arg zusetzen. Somit werden voraussichtlich bis zum Jahr 2017 keine großen Orgelkonzerte mehr in St. Georgen möglich sein. Das Instrument kommt in dieser Zeit nur noch bei den Gottesdiensten zum Einsatz. Das ist der Preis, den die Gemeinde aber gern bereit ist zu zahlen, damit die Perle der Backsteingotik, die 703 Jahre alte Kirche, als Ort des lebendigen Glaubens und als wertvolles Kulturgut in Parchim für die nächsten Generationen erhalten wird. "Wir können uns dankbar schätzen, dass wir in unserer Stadt eine Kirche mit einer so ausgewogenen Akustik haben. Die sehr ausgeprägte eigene, in jeder Hinsicht auf die Räumlichkeiten konzipierte Klanglichkeit der hochromantischen Orgel zeigt uns, dass bei der Erschaffung des Instrumentes vor 139 Jahren ein absoluter Meister am Werk war", unterstreicht Kantor Fritz Abs. Das Verständnis dafür möchte er auch den Besuchern der diesjährigen Orgelwerkstatt vermitteln, wenn er am 8. Mai ab 10 Uhr Choralbearbeitungen im Wandel der Zeiten vom 16. Jahrhundert bis in die Neuzeit vergleicht. Der Kirchenmusiker wirkt seit nunmehr zehn Jahren an der St. Georgenkirche. Das Jubiläum begeht Fritz Abs am 1. August im Rahmen eines Orgel-Fest- und Benefizkonzertes. Erfreuen möchte er mit einem bunten Mix an Orgelliteratur, die ihn in seinem bisherigen Leben als Kirchenmusiker und vor allem auch in dem zurückliegenden Jahrzehnt in Parchim begleitet hat. Insgesamt tragen 2010 drei kirchenmusikalische Veranstaltungen in St. Georgen Wohltätigkeitscharakter. Die Erlöse sind weitere Bausteine für die Kirchensanierung.

In Kürze beginnt bereits die Arbeit am größten kirchenmusikalischen "Basisprojekt" der Gemeinde im Jahr 2010: Die St. Georgenkantorei führt zeitnah zum Ewigkeitssonntag nach 2008 zum zweiten Mal unter Leitung von Fritz Abs das Mozart-Requiem auf. Die Kantorei erhofft sich auch bei diesem Vorhaben wieder engagierte Verstärkung von außen: Willkommen sind weitere Sängerinnen und Sänger, die musikalisch und inhaltlich in das Projekt hineinwachsen und dem Chor für einen ganz bestimmten Zeitraum zur Verfügung stehen können. Die Proben finden (mit einer Sommerpause) immer mittwochs statt. Erster Termin ist der 14. April um 19.30 Uhr in der Winterkirche von St. Georgen. Im Herbst sind außerdem zwei zusätzliche Probenvormittage an einem Sonnabend geplant. Das Mozart-Requiem wird in diesem Jahr ebenfalls in Plau am See aufgeführt.

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