zur Navigation springen

Grönemeyer startet Deutschland-Tour in Rostock

vom

Rostock | Herbert Grönemeyer legt den Hebel auf "Play": Deutschlands erfolgreichster Musiker geht wieder auf Tour - und gibt das Auftaktkonzert am 31. Mai 2011 im Rostocker IGA-Park. Denn mit der Hansestadt verbindet den Sänger ein ganz besonderes Band: Grönemeyer spielte hier 1991 sein erstes Konzert nach der Wende, im wiedervereinigten Deutschland.

In der DDR zu spielen, dagegen hatte sich der 1984 mit der Platte "Bochum" berühmt gewordene Musiker immer gesträubt, über die Jahre aber ungezählte Post seiner Fans aus dem Osten bekommen. "Das war wie eine lange Beziehung, die nur über Briefe ging", sagt Grönemeyer. Beim Konzert 1991 schließlich sei es wie ein Wiedersehen gewesen. "Eine unheimliche Wärme, die mir entgegenkam." 2007 war Grönemeyer dann zuletzt in der Hansestadt, spielte mit Künstlern wie Bob Geldof, Bono Vox von U2 oder Campino von den Toten Hosen das legendär gewordene G 8-Protest-Konzert "Deine Stimme gegen Armut". 75 000 Fans strömten damals in den IGA-Park.

Für den Auftakt zur Tournee 2011 sollen ab kommendem Sonnabend, 2. Oktober, rund 45 000 Tickets im Verkauf sein. Grönemeyer stellte seine Tour gestern in der Yachthafenresidenz Hohe Düne vor. Dort wollen er und seine Band sich auch im Frühjahr des kommenden Jahres einquartieren und auf die Konzerte vorbereiten - begleitet von rund 150 Helfern. Die Tour führt ihn bis zum 23. Juni in insgesamt elf deutsche Großstädte sowie nach Wien, Klagenfurt (Österreich) und Bern (Schweiz).

Rostock habe für die Vorbereitungsphase die besten Bedingungen geboten, unter anderem ausreichend Zeit für den Aufbau von Bühne und Technik oder Lichtproben. "Einen schöneren Platz als hier am Meer kann ich mir für die Vorbereitung nicht vorstellen", sagt Grönemeyer. Er gehe davon aus, im IGA-Park einen tollen Tourstart hinzulegen. Seinem norddeutschen Publikum bescheinigte der Künstler, es am Anfang von Konzerten ruhig angehen zu lassen. "Am Ende bleiben sie dann immer länger und sind tierisch gut drauf."

Er steckt gerade in der ernsten Phase: Die Lieder brauchen Texte

Einen Namen hat die neue Grönemeyer-Show noch nicht. "Sie wird anders sein als die letzte. Auf der anderen Seite versuche ich natürlich auch zu zeigen, dass ich noch dynamisch genug bin, auf der Bühne herumzutanzen." Überhaupt war der 54-Jährige gestern in der Yachthafenresidenz ganz locker drauf, plauderte über seine Vorliebe, Musik zu schreiben und die anschließende, viel schwierigere Phase, die Texte hinzubekommen. In der steckt Grönemeyer gerade, will er doch im Frühjahr die nächste Single-Auskopplung herausbringen und pünktlich zur Tour dann auch sein nächstes Album.

Auf den 18. Januar als Abgabetermin für das neue Material arbeite er ganz präzise hin, sei da aber wie die meisten Menschen: Möglicherweise sind die Texte erst in der Nacht vor der Abgabe fertig. "Als die Single ,Mensch herauskam, war der Rest des Albums noch gar nicht betextet", sagt der Musiker mit Zweitwohnsitz in London - und schiebt ein Stück englische Draufsicht auf Deutschland nach. Überraschend gelassen seien sie im 20. Jahr nach der Wiedervereinigung geworden, die "nervous Germans". "Das ist uns vielleicht selbst gar nicht so klar."

zur Startseite

von
erstellt am 29.Sep.2010 | 07:17 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen