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Neugestaltung des Museums stellt Gemeindevertreter vor Entscheidung : Grenzhus: Konzept mit Risiken

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Die Pläne zur Neugestaltung des Museums Grenzhus haben zu unterschiedlichen Reaktionen in Schlagsdorf geführt. So fürchten Kommunalpolitiker finanzielle Risiken für ihre Gemeinde.

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erstellt am 21.Jul.2011 | 07:28 Uhr

Schlagsdorf | Die Pläne zur Neugestaltung des Museums Grenzhus haben zu unterschiedlichen Reaktionen in Schlagsdorf geführt. So fürchten Kommunalpolitiker finanzielle Risiken für ihre Gemeinde, sollte die prognostizierte Besucherzahl von 35 000 Gäste pro Jahr nicht erreicht werden. Auch die geplanten Eintrittspreise von sechs Euro für Erwachsene und 3,50 Euro für Kinder bereiten Gemeindevertretern Bauchschmerzen. Sie stufen die Ticketpreise als zu hoch ein, wie Steffen Wramp verdeutlichte.

Den Gemeindevertretern war jetzt erstmals offiziell das Konzept zur künftigen Neugestaltung des Grenzhuses vorgestellt worden. Demnach soll rund eine Million Euro in das Projekt fließen. "Die Qualität, die wir dann haben, ist nicht vergleichbar mit der jetzigen", sagte Projektkoordinator Karsten Herzig. Nach seinen Angaben solle das Grenzhus eine nationale und internationale Bedeutung ausstrahlen - einhergehend mit der Steigerung der Besucherzahlen und einem tragfähigen Betriebskonzept. "Es wird einen kompletten Umbau geben, nur die Wände bleiben stehen", so Herzig.

Die Frage nach den Kosten für die Gemeinde als Eigentümerin des Grenzhus beantwortete Herzig mit dem Wort "Keine." Im Moment sehe die Planung vor, dass die komplette Investition zu 100 Prozent refinanziert werde - von Stiftungen des Bundes und Landes, Fördermittelgebern etc.. Um das Risiko für die Gemeinde Schlagsdorf so gering wie möglich zu halten, favorisiert der Projektkoordinator das Modell einer gemeinnnützigen GmbH.

Bürgermeister Ingo Melchin hat bei dem ganzen Vorhaben Bedenken. Er spricht von einem weiteren Diskussionsbedarf und kündigte gestern eine zusätzliche Gemeindevertretersitzung für den 10. August an. Bedenken meldet auch der Schlagsdorfer Kommunalpolitiker Jens Strohschein an. "Ich sehe die Gefahr, dass bei einem Projekt mit der Größenordnung von einer Million Euro, versteckte Kosten auf die Gemeinde zukommen könnten", sagte Strohschein. Er spricht von einem großen Wagnis für die Gemeinde.

Der Gemeindevertreter Peter Kofahl sieht Chancen für den Ort. "Solch ein Museum, wie wir es in Schlagsdorf haben, muss jede Unterstützung erhalten. Wenn das Land MV bereit ist, so viel Geld auszugeben, dann müssen wir das begrüßen. Wir wissen alle, welche Bedeutung das Datum 13. August 1961 hat. Wir als Schlagsdorfer können uns glücklich schätzen, solch eine Anlage zu haben. Deshalb darf uns eigentlich keine Mark dafür leid tun." Die Schlagsdorfer Pastorin Katrin Teuber warf während der Gemeindevertersitzung die Frage auf: "Was wäre, wenn es das Museum nicht gäbe? Wer käme dann hier her?"

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