CDU-Politiker setzen sich für Standort in Westmecklenburg ein : Grenadiere sollen in Hagenow bleiben

Karin Strenz beim  Gelöbnis  in HagenowMayk  Pohle
Karin Strenz beim Gelöbnis in HagenowMayk Pohle

Auch wenn es niemand sagen mag, geht seit Wochen in Hagenow die Angst um, dass die Bundeswehr aus der Ernst-Moritz-Arndt-Kaserne verschwinden könnte. Hintergrund sind die Umbaupläne des Bundesverteidigungsministers.

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21. November 2010, 06:04 Uhr

Hagenow | Das jüngste Gelöbnis von 206 Rekruten in der Kaserne des Panzergrenadierbataillons 401 war mehr als nur Routine im Alltag der Ausbilder, es war auch eine politische Demonstration für den Erhalt des Standortes. Auch wenn es offiziell niemand sagen mag, so geht doch seit Wochen auch in Hagenow die Angst um, dass die Bundeswehr aus der Ernst-Moritz-Arndt-Kaserne verschwinden könnte. Hintergrund sind die gewaltigen Umbaupläne des Bundesverteidigungsministers, die auch vor so einem relativ großen Standort wie Hagenow nicht Halt machen könnten. Doch mehr als Gerüchte gibt es bisher nicht. Dietrich Monstadt, Bundestagsabgeordneter der CDU, stellte im Gespräch mit der Schweriner Volkszeitung aber schon einmal klar, dass man wirklich alles tun werde, um die Bundeswehr in Westmecklenburg und damit auch in Hagenow dauerhaft zu halten. "Es geht dabei nicht nur um den wirtschaftlichen Aspekt, die Bundeswehr ist gerade in unserem Land auch politischer Bildungsträger für viele junge Leute, das können wir auch mit Blick auf die Gefährdungen von Rechts nicht aufgeben. Und wer künftig hoch motiviere Freiwillige für die Armee haben will, der muss sich auch um attraktive Standorte Gedanken machen. Die Hagenower Soldaten kommen aus einem weiten Umland, wohnen in der Hamburger Metropolregion. Torgelow wäre da wohl kaum attraktiv." Torgelow geistert vielen als Angstgespenst im Kopf herum, dort wäre viel Platz, gäbe es Kasernen, dort liegen auch andere Einheiten, die Brigade wäre zentralisiert. Torgelow hatte zusammen mit Eggesin schon zu DDR-Zeiten aufgrund seiner abgeschiedenen Lage keinen guten Ruf bei den Soldaten.

Um das Bataillon selbst macht sich hingegen kaum jemand Sorgen. Panzergrenadiere werden als "Allzweckwaffe" gerade in Auslandseinsätzen dringend benötigt. Das Hagenower Bataillon ist eines von nur noch sechs Grenadierbataillonen, die die Bundeswehr aktuell hat. Hier müsste zu Guttenberg wohl eher noch aufstocken.

CDU-Parteikollegin Karin Strenz, die am Freitag die Rede vor den Rekruten hielt, ist auch eine klare Unterstützerin des Hagenower Standortes. Auch sie werde entschlossen für Hagenow kämpfen, sollte der Standort auf der Kippe stehen. Das Wort von Strenz hat Gewicht, sie ist Mitglied im Verteidigungsausschuss, zudem wird ihr ein direkter Draht zum Bundesverteidigungsminister nachgesagt. Die beiden CDU-Abgeordneten verfügen zudem noch über einen anderen politischen Kanal, den nur ganz wenige bedienen können. Sie gehören zur Landesgruppe MV der CDU-Bundestagsabgeordneten. Die hat nur sechs Mitglieder, eines davon ist Bundeskanzlerin Angela Merkel.

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