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Lokales

16. Dezember 2017 | 19:34 Uhr

Grabower Vertreter proben den Aufstand

vom

svz.de von
erstellt am 24.Sep.2010 | 08:01 Uhr

Grabow | Jahrelang war die Arbeit der Stadtvertretung in der Eldestadt eher von Harmonie geprägt, jetzt herrscht offener Streit. Anlass ist der von der Verwaltung gewünschte Kauf des ehemaligen Sparkassengebäudes in der Stadt. Die Bank hatte nach Umbau ein modernisiertes Gebäude bezogen. Der Kauf des alten, denkmalgeschützten Gebäudes wurde von der Stadtvertretung in geschlossener Sitzung jedoch abgelehnt, und das bereits zum zweiten Mal. Stadtpräsidentin Carina Stopsack-Sternberg fand das Verhalten der Ablehner wenig bürgerfreundlich, weil man doch die Verwaltung aus zwei Gebäuden in das eine zusammenführen wollte. Dieser Vorwurf war für etliche Grabower Stadtvertreter dann zuviel. Dirk Dobbertin von der FDP, Renate Kohls und Hans-Werner Heinke von den Linke sowie Edgar Schröter von der CDU widersprachen dem heftig. Sie hätten mit ihrem Nein zum Kauf zum Wohle der Stadt gehandelt. Die Verwaltung hause ja nicht in Zelten, und die Verbindungsprobleme ließen sich über eine ganz normale Standleitung preiswert lösen. Dobbertin: "Grabow hat ganz andere Probleme, die dringend angepackt werden müssen, z. B. der Ausbau des Sportplatzes oder des Weges zur Hechtsforthschleuse. Außerdem sind Kauf und Sanierung viel zu teuer für eine Stadt, die immer mehr Einwohner verliert und demzufolge auch keine Riesenverwaltung braucht."

Im Gespräch sind bis zu 500 000 Euro, die aufgewendet werden müssten, um aus dem alten Bankgebäude einen modernen Verwaltungsbau zu machen. Zu teuer, zu groß und unnötig kritisiert zumindest die Hälfte der 19 Stadtvertreter. Doch die Meinungen sind geteilt, völlig zerrissen die 6-köpfige CDU-Fraktion.

Einige Stadtvertreter wittern einen Deal der Stadt mit der Sparkasse, andere sehen die Aktion als ehrgeiziges Vorpreschen des SPD-Fraktionsvorsitzenden Stefan Sternberg, dem nachgesagt wird, er wolle Bürgermeister werden. Eine gewichtige Rolle spielt aber auch seine Frau, Carina Stopsack-Sternberg. Sie ist nicht nur Stadtvertretervorsteherin, sondern nach Meinung vieler Stadtvertreter in einem unzulässigen Interessenskonflikt. "Kann eine Stadtvertretervorsteherin, die die Stadt Grabow in allen rechtlichen Angelegenheiten in ihrem Beruf als Rechtsanwältin vertritt, ihre Aufgaben immer objektiv erfüllen?", heißt es in einem Schreiben, das SVZ vorliegt und das von zehn Stadtvertretern getragen wird? Klare Forderung: Frau Stopsack-Sternberg müsse auf eine ihrer Positionen verzichten und der Kauf des alten Sparkassengebäudes im Sinne der Grabower sofort aufgegeben werden.

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