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Handball Die sportliche Qualität hat nicht ausgereicht

Von Klaus-Peter Kudruhs | 26.06.2019, 17:19 Uhr

Platz drei in der Oberliga Ostsee-Spree ist für die Frauen des Rostocker HC zu wenig, um in die 3. Liga aufzusteigen.

Die ordentliche Ausgangsposition der Handball-Frauen des Rostocker HC nach der Hinrunde der Oberliga Ostsee-Spree 2018/ 19 (Platz drei mit 16:6 Punkten) konnte in der Rückrunde nicht verbessert werden. Nach 15 Siegen und sieben Niederlagen blieb es bei Rang drei. Zehn Siege vor eigenem Publikum sprechen für eine gewisse Heimstärke, aber nur fünf Erfolge auf fremdem Parkett waren zu wenig. Meister VfV Spandau und der Zweite BFC Preussen wollten nicht aufsteigen, Rostock durfte nicht.

„Um in der 3. Liga ein ordentliches Niveau zu sichern, ist in der Oberliga-Satzung festgelegt, dass nur einer der beiden Erstplatzierten nach oben darf“, informierte Oberliga-Staffelleiterin Renate Wilschke auf NNN-Anfrage.

Die sportliche Qualität des RHC war demnach für die höhere Leistungsklasse nicht ausreichend. Das deckt sich mit der Einschätzung des Trainerduos Ute Lemmel und Torsten Deil. „Unser Saisonziel war der erste bis dritte Platz. So liegen wir eigentlich im Soll. Aber an einen Aufstieg können wir nicht denken. Dafür ist die Mannschaft zu jung“, resümierte Ute Lemmel bereits zur Winterpause. Dann kam aber für viele Fans und Kenner der Szene überraschend die Ansage, doch in die 3. Liga hoch, also zumindest auf dem zweiten Platz einkommen zu wollen. „Wenn nicht jetzt, wann dann?“, war aus Vorstandskreisen zu hören.

Der Versuch scheiterte jedoch schon im ersten Match der Rückrunde. Bei der HSG Neukölln kassierten die Dolphins eine fast schon peinliche 14:23-Niederlage.

„Der Saisonverlauf war insgesamt von schwankenden Leistungen gekennzeichnet“, stellte Ute Lemmel fest. Wobei der RHC beim 33:13 über den BFC Preussen zeigte, wie gespielt werden muss, um ganz vorn zu landen.

Spielerinnen wie Annelie Freitag, Carolin Kordt, Justine Schwarz, Alexandra Rohde und Nora Leonhardt fielen verletzungsbedingt länger aus. Sie mussten durch Akteure aus der A-Jugend ersetzt werden. Da wurde es besonders schwer, sich gegen die Konkurrenz mit zum Teil Bundesliga-erfahrenen Spielerinnen durchzusetzen.

Die Oberliga wurde auch als Chance für den Nachwuchs gesehen. Vorhandene Athletik, spielerisches Vermögen und Schnelligkeit allein reichten aber nicht aus. Der körperliche Einsatz fehlte nicht nur bei den Jüngeren, und die kämpferische Herausforderung wurde nur selten angenommen.

Dass ständig die aktuelle Tabellenposition im Blick behalten werden musste, wurde für viele der Rostockerinnen in der Rückrunde auch eine Frage der Nerven. Immer wenn der Einsatz über die gesamten 60 Minuten stimmte, wurde auch gewonnen. Das traf aber gegen die wichtigen Konkurrenten nicht zu.

Zwar sind Spielerinnen wie Vanessa Bladt, Antonia Fränk und Nicole Rotfuß an ihren Aufgaben gewachsen, auch Hanna Strack, Frances Krüger und vor allem die noch sehr junge Rieke Anderson. Aber für die 3. Liga reichte es eben noch nicht.

Antonia Fränk und Frances Krüger sind immer dabei

Kader 2018/19: Nadine Berger 20 Einsatze, Sara Peters 20, Annelie Freitag 2, Lena Clasen 1 – Victoria Schlegel 20/87 Tore/davon 72 Siebenmeter, Liza Johannisson 20/54, Vanessa Bladt 14/32, Alexandra Rohde 8/12/7, Malin Stammer 16/27, Hanna Strack 17/25, Antonia Fränk 22/74/23, Justine Schwarz 15/35, Nicole Rotfuß 21/114/1, Frances Krüger 22/47/1, Sarah Müller 14/11, Pauline Krebs 12/12, Lilly Schulz 5/2, Rieke Anderson 11/16, Nora Leonhardt 8/10, Carolin Kordt 5/4

20 Akteurinnen kamen zum Einsatz.

In allen 22 Spielen waren nur Antonia Fränk und Frances Krüger dabei. 21-mal wirkte Nicole Rotfuß mit.

Siebenmeter: Von 109 Versuchen wurden 88 (80,73 Prozent) genutzt. Beste Vollstreckerin war Victoria Schlegel mit 57 verwandelten von 72 Möglichkeiten (79,17 Prozent).

Bestrafungen: 66-mal zwei Minuten und eine rote Karte wurden kassiert. Größte Sünderin war Liza Johannisson mit neun Zeitstrafen und auch der Disqualifikation.