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Eishockey Der Zug Richtung Play-offs ist noch nicht abgefahren

Von Arne Taron | 04.12.2019, 17:18 Uhr

Nicht mal die Pre-Play-offs zu erreichen wäre allerdings eine Katastrophe für die REC Piranhas – Mike Specht im Gespräch

Die Piranhas des Rostocker Eishockey-Clubs beendeten in der Oberliga Nord zwar mit einem 4:3 in Erfurt eine Negativserie von sechs Niederlagen in Folge, doch am Sonntag hieß es gegen starke Hallenser 1:4. NNN-Mitarbeiter Arne Taron sprach mit Vereinspräsident Mike Specht zur aktuellen Lage.

Wie bewerten Sie Leistungen, Punkteausbeute und Tabellenstand des REC?

Mit Platz neun und 21 Punkten sind wir nicht zufrieden. Trotzdem muss man aber auch sagen, dass der Kontakt zu Rang sechs (Duisburg mit 28 Zählern) nach wie vor nicht verloren ist. Es hätten schon gerne sechs, sieben Punkte mehr sein können, um im Lot zu sein. In den vergangenen Wochen kamen bei uns verschiedene Faktoren zusammen. So fielen mit Marvin Krüger und zuletzt auch Roman Tomanek sehr wichtige Spieler verletzt aus. Zudem funktioniert unser Überzahlspiel einfach noch nicht wirklich gut. Enttäuschend war für mich das 3:6 im Heimspiel gegen Essen. Da ließen einige Spieler die nötige Einstellung vermissen. Das haben wir intern deutlich besprochen, und ich denke, danach haben wir, was das angeht, auch eine Steigerung gesehen.

Wie zufrieden sind Sie mit den Leistungsträgern der Mannschaft?

Marvin Krüger und Roman Tomanek fehlen der Mannschaft schon sehr. Marvin werden wir in diesem Jahr sicherlich nicht mehr auf dem Eis sehen, bei Roman besteht die Hoffnung, dass er kurzfristig wieder zur Verfügung stehen könnte. Gerade auch, was Über- und Unterzahl angeht, spielten beide entscheidende Rollen. Beim Thema Offensiv- und Überzahlspiel muss man auch sagen, dass uns die Kreativität und Erfahrung von Greg Classen als Spielertrainer aus der Vorsaison fehlt. Das konnten wir bis dato noch nicht komplett kompensieren, haben uns hier aber intern nun auch anders aufgestellt.

Wird beim Kader noch etwas passieren?

Mit Tyler Brower, Phil Miethling und Tim Junge haben wir drei Verteidiger geholt und damit eine Lücke geschlossen, die es zu Saisonbeginn noch gab. Tim Junge wird den gesamten Dezember bei uns zum Einsatz kommen. Den Wunschspieler, den wir für die Abwehr im Auge hatten, bekamen wir leider nicht. Trotzdem sind wir defensiv aktuell gut aufgestellt. Dass wir in der Offensive, auch angesichts der Verletzungen von Marvin und Roman, noch etwas machen, ist nicht ausgeschlossen. Da wird es aber keinen Schnellschuss geben.

Sehen Sie die Play-off-Qualifikation in Gefahr?

Natürlich wollen wir auf dem direkten Weg in die Play-offs – da sehe ich, wie gesagt, den Zug auch noch nicht abgefahren. Die Teams auf den Plätzen sieben bis zehn spielen Pre-Play-offs. Wie im Vorjahr können wir auch darüber den Weg in die Play-offs schaffen. Sich nicht für die Pre-Play-offs zu qualifizieren wäre allerdings eine absolute Katastrophe.

Wie bewerten Sie das Niveau der Liga? Die Leistungsdichte scheint weiter zugenommen zu haben?

Das ist in der Tat so, und das hatten wir auch so erwartet. Tilburg (1./49) und Herne (2./46) sind sicherlich Spitzenteams, die etwas außen vor sind, aber die Plätze drei (Leipzig/36) und zehn (Essen/19) trennen gerade einmal 17 Punkte. Und in diesem Bereich kann eigentlich jeder jeden schlagen. Hier entscheiden oftmals Tagesform und Scheibenglück.

Wie geht es mit Mannschaft und Trainer in den nächsten Wochen weiter?

Unsere Philosophie ist: Wir gewinnen zusammen und wir verlieren zusammen. Die Mannschaft ist wach und präsent. Sie ist motiviert und lebt. Wir werden weiterhin an unseren Schwächen, wie dem Überzahlspiel, arbeiten und wollen weiter beständig punkten. Wir können den Unmut der Fans in den vergangenen Wochen verstehen, wollen aber gemeinsam wieder dauerhaft in die Erfolgsspur kommen.