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Rudern „Ich denke schon, dass Potenzial drin ist“

Von Peter Richter | 19.06.2019, 18:13 Uhr

Marie-Louise Dräger bekommt beim Weltcup in Poznan im Leichtgewichts-Doppelzweier mit Leonie Pieper eine neue Partnerin.

Nach den EM in Luzern, bei denen sie mit Leonie Pless aus Frankfurt am Main Dritte im B-Finale, insgesamt also Neunte wurde, sitzt die für die Schweriner Rudergesellschaft von 1874/75 startende Rostockerin Marie-Louise Dräger auch beim Weltcup in Poznan im Leichtgewichts-Doppelzweier. Diesmal allerdings mit der Düsseldorferin Leonie Pieper, Vize-Europameisterin im LG-Einer.

Die neue Konstellation sei „schwierig zu beurteilen, wenn man vorher nur ein paar Tage Training zusammen hatte (eine knappe Woche in Breisach/Schwarzwald – d. Red.)“, sagt die Polizeimeisterin und fügt hinzu: „Ich denke schon, dass Potenzial drin ist. Wenn es uns gelingt, am Wochenende unsere Kräfte zu bündeln, kann es schnell werden. Das Ziel ist, so dicht wie möglich an das A-Finale heranzukommen und das zweite deutsche Boot (Katrin Thoma/Frankfurt a. M. und Sophia Krause/Limburg – d. Red.) hinter uns zu lassen.“

Das spezielle Problem im Leichtgewichts-Sektor: Nur der Doppelzweier ist hier olympisch. Das heißt, pro Geschlecht stehen nur zwei Startplätze für ganz Deutschland zur Verfügung.

Allerdings müssen die Boote erst mal für Tokio 2020 qualifiziert werden. Am besten gleich im ersten Anlauf bei den Weltmeisterschaften vom 25. August bis 1. September in Linz-Ottensheim. Mindestens Rang sieben (Platz eins im B-Finale) ist dafür vonnöten.

Besonderer Ansporn für Marie-Louise: Es könnte der letzte olympische Auftritt der Leichtgewichte sein. „Es wird diskutiert, sie aus dem Programm zu nehmen. Im Moment sieht es stark danach aus, muss davon ausgegangen werden“, so die Rostockerin, die nicht ernsthaft Gewicht machen muss, um das Limit von 57 Kilogramm zu erreichen: „Ich wiege normalerweise zwischen 58 und 59 und muss nur ein paar Tage vorher aufs Essen achten.“

Was die schlussendliche Bootsbesetzung im Leichtgewicht betrifft, „sind wir noch in der Testphase. Das“, findet Marie-Louise Dräger, „hätten wir schon im Herbst klären können. So ist jetzt Not am Mann, und es kann sein, dass beim Weltcup III im Juli in Rotterdam Leonie und Leonie den Doppelzweier fahren und ich den Einer. Warten wir mal ab, wie das jetzt in Poznan ausgeht.“

Die weiteren Teilnehmer aus MV am Weltcup in Poznan: Hannes Ocik (Schwerin/Rostock) als Schlagmann im Deutschland-Achter, Christin Stöhner (Olympischer Ruder-Club Rostock) im Frauen-Achter und Stephan Krüger (Frankfurter RG von 1869/ORC) im Doppelzweier

Schon viermal bei Olympia

Marie-Louise Dräger hat bislang vier Olympische Spiele erlebt. 2004 in Athen war sie noch Ersatz. 2008 in Peking kam sie mit Berit Carow (RG Hansa Hamburg) als Vierte im Leichtgewichts-Doppelzweier (LW2x) einer olympischen Medaille so nah wie nie. 2012 bei den Spielen in London (bzw. auf dem Dorney Lake) startete die heute 38-Jährige im Einer (also bei den „Schweren“) und wurde dort ebenso Elfte wie 2016 in Rio de Janeiro im LW2x mit Ronja Fini Sturm (RC Havel Brandenburg). Dräger ist viermalige Weltmeisterin (2003 und 2005 im Leichtgewichts-Doppelzweier, 2010 sowohl im LG-Doppelvierer als auch LG-Einer).