Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion NNN

Handball Eine überragende Saison, der nur die Krönung fehlte

Von Bernd-Dieter Herold | 07.06.2019, 16:58 Uhr

Dem HC Empor fehlt eine Sekunde zum Aufstieg in die 2. Bundesliga – doch jetzt ist er noch schlagkräftiger aufgestellt.

Mannschaftskasse auf Mallorca leeren, Wandern in Südtirol – das Team des Handball-Drittligisten HC Empor Rostock und sein Coach Till Wiechers gehen in diesen Tagen getrennte Wege. Beiden ist eigen: Abspannen, den Frust des aus der Hand genommenen Aufstiegs in die 2. Bundesliga verarbeiten.

Betrifft vor allem die Relegationspartie gegen die HSG Krefeld (auswärts 24:23, auf eigenem Parkett 22:24, ein 22:23 hätte genügt) mit der Beihilfe der Berliner Schiedsrichter Blümel und Loppaschewski. Wiechers zu dem Gegentor in der Schlusssekunde: „Ich habe kein Video gesehen, das vollumfänglich den Ball hinter der Torlinie ausweist.“

Bei aller Enttäuschung: Empors junge Truppe geht erhobenen Hauptes aus dem Spieljahr 2018/19. In Umfragen unter den Trainern vor der Saison spielte die Mannschaft keine Rolle in Sachen Nord-Meister. Sie wurde es aber. Wiechers formte ein Team, dessen kollektiver Zusammenhalt über alles ging. Mit diesem Geist wurden Berge versetzt, Hindernisse aus dem Weg geräumt. So auch die schweren Verletzungen von Robin Breitenfeldt (Knorpelschaden) und Stefan Wilhelm (Kreuzbandriss). Wie das Fehlen dieser Eckpfeiler kompensiert wurde – alle Achtung. Jeder legte noch eine Schippe drauf, verinnerlichte das neue System, setzte es ab Ende Januar in den ausstehenden Partien bis zum Meistertitel um.

Kein Wunder, dass der 2017 angetretene und die Rostocker aus dem Dornröschenschlaf wecken wollende Till Wiechers konstatierte: „Eine überragende Saison, der nur die Krönung fehlte.“

Dem Trainer sind Stärken und Reserven seiner „Untergebenen“ bekannt. Frühzeitig wurde hinter den Kulissen an der Formierung des Kaders für die Saison 2019/20 gearbeitet.

Michael Höwt (beendet Laufbahn beim Bad Doberaner SV), André Meuser (2. Liga/Dormagen) und Ole Schramm (Sélestat/Elsass) werden nicht mehr im Spielprotokoll auftauchen.

Dafür streifen vier Neue das Empor-Trikot über: Per Oke Kohnagel (Oranienburger HC) als dringend notwendiger Regisseur mit Shooter-Qualitäten und Jonas Ottsen vom VfL Lübeck-Schwartau (Rückraum links) sollen für mehr Druck aus der zweiten Reihe sorgen. Für Meuser, der gehalten werden sollte, wechselt mit Ole Diringer (TSV Altenholz) ein in Angriff und Abwehr das Handball-Abc komplett beherrschender Linkshänder zum HCE. Zudem wird der frisch gebackene Deutsche A-Jugend-Meister Jaris Tobeler (SG Flensburg-Handewitt) von der Förde an die Warnow wechseln.

Unter dem Strich scheint der HC Empor für 2019/20 personell noch schlagkräftiger aufgestellt zu sein, muss sich aber nun der Rolle des Gejagten stellen. Es gilt, diese neue Situation zu meistern und die entfachte Euphorie in Handball-Rostock gemeinsam mit dem seit November agierenden neuen Vorstand noch auszubauen.

Die Statistik 2018/19

Sieben in allen 34 Spielen dabei

Tor: Leon Mehler 34 Einsätze inklusive der vier Partien in der Aufstiegs-Relegation/kein Tor, Robert Wetzel 33/0

Rückraum: André Meuser 34/139, Tim Völzke 29/79, Philipp Asmussen 34/67, Robin Breitenfeldt 11/60, Felix Mehrkens 34/60/davon 37 Siebenmeter, Ole Schramm 34/52, Fabian Haasmann 27/21, Leon Witte 23/20

Außen: Janos Steidtmann 34/149, Nick Witte 28/141/67, Michael Höwt 27/42/11, Jakub Zboril 28/7

Kreis: Maximilian Schütze 32/42, Dennis Mehler 34/30, Stefan Wilhelm 14/12