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Ein Artikel der Redaktion NNN

Rudern Hannes Ocik: „Wir sind schon ein wenig stolz“

Von Peter Richter | 02.06.2019, 20:44 Uhr

Der Achter mit dem Rostocker wird wieder Europameister. Stephan Krüger und Christin Stöhner gewinnen ihre B-Finals.

Von den fünf Teilnehmern aus Mecklenburg-Vorpommern bei den Europameisterschaften im Rudern auf dem Rotsee in Luzern hat lediglich der für die Schweriner Rudergesellschaft von 1874/75 startende Rostocker Hannes Ocik mit dem Deutschland-Achter Edelmetall erobert: Am Sonntagnachmittag gab es den siebenten EM-Titel in Folge!

Sagenhafter Auftritt in der zweiten Hälfte

Der recht sichere Sieg in 5:25,680 Minuten für die 2000 Meter vor den Briten (5:26,550) und den im Vorlauf mit EM-Bestzeit von 5:22,950 überzeugenden Niederländern (5:27,970) wurde nach anfänglich Rang vier und zweitplatziert nach 1000 Metern 0,18 Sekunden hinter Großbritannien mit einem sagenhaften Auftritt auf dem zweiten Kilometer perfekt gemacht.

Besser Erster im B-Finale als Letzter im A-Finale

„Der Start war noch misslungen, wir konnten uns dann aber über die Streckenhälfte rankämpfen und mit dem entscheidenden Spurt zuschlagen. Wir sind schon ein wenig stolz“, gab Schlagmann Ocik mit der Goldmedaille um den Hals gegenüber NNN zu Protokoll.

Der Doppelzweier mit Stephan Krüger (Frankfurter RG von 1869/ORC) und Tim Ole Naske (RG Hansa Hamburg) musste sich nach Rang vier im Halbfinale zwar mit dem B-Finale begnügen, dieses aber entschied das neu formierte Duo in 6:19,300 vor Litauen (6:19,440) für sich und wurde damit Gesamt-Siebenter.

„Erster im B-Finale ist immer besser als Letzter im A-Finale“, erklärte Stephan Krüger. „Die Medaillengewinner sind genau die, gegen die wir im Halbfinale verloren haben. Da waren wir ein bisschen unlocker. Im B-Finale kriegten wir es besser umgesetzt, sind wieder in den Rhythmus gekommen und haben ihn souverän bis zum Schluss gehalten. Wir haben jetzt einen Schritt zurück gemacht, werden aber auch wieder zwei nach vorne machen können. Es war ja erst unser zweiter gemeinsamer Wettkampf“, so Krüger.

Bei den Riemen-Spezialisten gab es aus hiesiger Sicht einen weiteren Erfolg im B-Finale (dessen Feld hier allerdings nur aus drei Booten bestand): Christin Stöhner (Olympischer RC Rostock) sowie Annabel Oertel (Potsdam), Sophie Oksche (Ingolstadt) und Alexandra Höffgen (Neuss) ließen im Vierer ohne nach Platz vier im Hoffnungslauf gestern Kroatien und Italien hinter sich, damit ebenfalls insgesamt Rang sieben.

„Wir haben uns vorgenommen, uns von Rennen zu Rennen zu steigern, das haben wir auch geschafft. Natürlich wären wir gern im A-Finale mitgefahren, dafür fehlt uns aber noch die Konstanz auf der zweiten Streckenhälfte“, stellte Christin Stöhner fest.

Marie-Louise Dräger: „Wir sind nicht zufrieden“

Im Skull-Bereich hatte sich Julia Leiding (Rostocker Ruder-Club von 1885) im Einer deutlich mehr erhofft, als lediglich Zweite im C-Finale und damit insgesamt Vierzehnte im 17-köpfigen Feld zu werden: „Das Ergebnis ist jetzt erst einmal nicht zufriedenstellend. Aber ich habe viele Erfahrungen sammeln können. Jetzt schauen wir mal, wie es weitergeht.“

Die für Schwerin rudernde Rostockerin Marie-Louise Dräger und Leonie Pless (Frankfurt a. M.) im Leichtgewichts-Doppelzweier kamen im Halbfinale als Vierte klar hinter Großbritannien (6:57,660/7:04,630) als Vierte ein. Im B-Finale wurden sie Dritte, insgesamt Neunte.

„Wir sind nicht zufrieden“, sagte Marie. „Wir wollten einen Platz im Finale ergattern. Dies ist uns nicht gelungen. Auch das B-Finale war von uns nicht gut gerudert. In drei Wochen finden nochmals ,Seatraces‘ statt. Ich befürchte, das könnte zu Unruhe führen, und finde, es müsste jetzt durchweg eine feste Crew auf den nächsten Wettkampf hintrainieren.“

Fünf Titel und noch zwei Medaillen

Europameister wurden neben dem Deutschland-Achter auch Oliver Zeidler (Ingolstadt) im Einer, der Doppelvierer mit Michaela Staelberg, Julia Lier, Franziska Kampmann und Schlagfrau Frieda Hämmerling (Krefeld/Halle/Waltrop/Kiel), der Doppelzweier Leonie Menzel/Carlotta Nwajide (Düsseldorf/Hannover) sowie der Leichtgewichts-Doppelzweier Jason Osborne/Jonathan Rommelmann (Mainz/Krefeld).

Die Silbermedaille erkämpfte Leonie Pieper (Düsseldorf) im nichtolympischen Leichtgewichts-Einer.

Bronze gab es für den Vierer ohne Steuermann mit Felix Brummel, Felix Wimberger, Maximilian Planer und Nico Merget (Münster/Passau/ Bernburg/Frankfurt am Main).