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Gesundheit Rostocker Klinik will dicken Müttern mit Beratung helfen

Von Dirk Buchardt | 05.01.2019, 13:26 Uhr

Dass die Menschen in Deutschland immer schwerer werden, ist keine neue Erkenntnis. Davon sind auch Neugeborene betroffen. Die Südstadtklinik in Rostock will das ändern.

Die Südstadtklinik in Rostock hat sich das Ziel gesetzt, bei Neugeborenen die Veranlagung für späteres Übergewicht zu verringern. Dazu sollen in einer Studie rund 300 Mütter über die Ernährung schon in der Schwangerschaft beraten werden, sagte Frauenärztin Sabine Körber vor dem Hintergrund, dass knapp 30 Prozent der übergewichtigen Mütter Kinder mit einem Geburtsgewicht von mehr als 4000 Gramm zur Welt bringen.

Bei normalgewichtigen Müttern liege diese Rate bei gut 20 Prozent.„Die vergleichsweise schweren Kinder neigen im Laufe ihres Lebens vermehrt zu Übergewicht“, sagte die Medizinerin. Dies sei jedoch kein zwangsläufiges Schicksal: „Diese Kinder haben je nach Veranlagung, Dauer der Stillzeit, guter Ernährung und ausreichend Bewegung die gleiche Möglichkeit für ein gesundes Leben wie andere Kinder auch.“ Als Messgröße zählt der Body-Mass-Index (BMI), bei dem das Körpergewicht in Relation zur Körpergröße gesetzt wird. 2017 lag laut Körber in der Südstadtklinik der Anteil der Wöchnerinnen mit einem BMI von mehr als 30 bei 16,6 Prozent, sie galten damit als adipös.

Der Anteil der Übergewichtigen mit einem BMI zwischen 25 und 30 lag bei 22,3 Prozent. Das ergebe einen Anteil aller übergewichtigen Frauen von 38,9 Prozent, 2006 lag der Anteil noch bei 28,8 Prozent.„Das ist ein Sprengsatz für die Gesellschaft. Der Stoffwechsel dieser Kinder wird von einem ungünstigen Milieu geprägt.“ Das gelte sowohl für die Entwicklung in der Schwangerschaft als auch im Elternhaus.„Adipositas bei Kindern bedeutet eine 10 bis 20 Jahre geringere Lebenserwartung.“

Körber ist nach eigenen Angaben seit gut zehn Jahren in der Beratung von Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes tätig. Die Erfahrungen zeigten, dass bei 70 Prozent von ihnen die Kontrolle des Blutzuckers schon ausreicht, einen positiven Effekt zu erreichen. Die Frauen bräuchten keine Insulingabe, die Optimierung der Ernährung reiche für einen guten Schwangerschaftsverlauf und zur Geburt eines normalgewichtigen Kindes, sagte Körber. Die Schwangerschaftsdiabetes ist eine der häufigsten Erkrankungen in der Schwangerschaft, als Risikofaktor dazu zählt Übergewicht.