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Fußball-Landesliga Ost Zukunft ungewiss für SV Hafen und PSV Rostock

Von Peter Richter | 12.06.2019, 23:26 Uhr

Der eine muss viele Abgänge verkraften, der andere weiß nicht, ob er drin bleibt – Rückblick auf 2018/19 mit Vorschau.

In der Fußball-Landesliga Ost mischte von den drei hiesigen Teams nur Rückkehrer Laager SV 03 relativ weit oben mit und wurde respektabler Sechster.

Beim SV Hafen – der ebenfalls als Aufsteiger sicher den Klassenerhalt schaffte – blieb das 0:10 zum Abschluss beim Penzliner SV hängen. Freilich war es „Schiffahrt“, das dem Meister und Aufsteiger in die Verbandsliga beim 3:2 im Hinspiel die erste von insgesamt nur zwei Niederlagen zufügte. Was Hafen besonders auszeichnete, kam beim emotionalen Saisonhöhepunkt des in Unterzahl errungenen 2:1 bei Blau-Weiß Greifswald zum Ausdruck.

Der PSV, der das Derby gegen seinen Platznachbarn mit 1:1 (H) und 1:0 (A) für sich entschied und eigentlich über dem Strich steht, muss darauf hoffen, dass der FC Anker Wismar die Oberliga-Abstiegs-Relegation gegen Hohenstein-Ernstthal gewinnt (am Mittwoch zu Hause 1:1, Rückspiel am Sonntag). Wenn nicht, müssen die Rostocker in die Landesklasse.

Laager SV 03

Die Recknitzstädter gerieten nie auch nur in die Nähe irgendwelcher Abstiegssorgen. Die sehr gut eingespielte Truppe schlug beispielsweise den Zweiten Siedenbollentin daheim mit 3:2 und gewann gegen den Vierten Karlsburg/Züssow sogar beide Partien.

Trainer Andreas Knoch: Wenn man in einer Saison insgesamt 3200 Kilometer fahren muss, hat das mit Spaß am Fußball nicht mehr viel zu tun. Dafür, dass wir ja nur unserem Hobby nachgehen, ist das schon grenzwertig für alle Mannschaften. Sportlich sind wir 2018/19 eine Wucht gewesen. Auch wenn zum Schluss die Luft ein bisschen raus war, haben wir unser Ziel einstelliger Tabellenplatz dicke geschafft. Wir sind sehr zufrieden.

Meiste Spiele: Fabian Knoch 28, Christian Klein 28, Tim Renzsch 27, Tommy Schwarz 25, Tom Schwedt 25, Rico Wöstenberg 25, Norman Müller 25 (dazu vier weitere Spieler mit über 20 Einsätzen)

Beste Torschützen: Ronny Klein 18, Christian Klein 17

Abgänge: Der eine oder andere Spieler wechselt eventuell in den Standby-Modus.

Zugänge: keine

SV Hafen Rostock

Es war der 1. Mai 1981, als die damalige BSG Schiffahrt und Hafen in der Aufstiegsrunde zur DDR-Oberliga im Ostseestadion den 1. FC Union Berlin (jetzt: 1. Bundesliga) mit 3:0 bezwang…

Von solchen Höhenflügen können die Rostocker angesichts ihres personellen Aderlasses und künftig mehr Absteigern (die Staffeln spielen ab 2020/21 mit je 14 statt 16 Mannschaften) nur noch träumen. Ein Platz unter den ersten Zehn 2018/19 ist für den Neuling richtig gut – doch was bringt die Zukunft?

Trainer Mark Bresemann: Wir werden eine verdammt junge Mannschaft haben, das heißt, es fehlt auch Erfahrung. Es geht vom ersten Tag an gegen den Abstieg. Dabei hemmt es die Vorbereitung, dass erst am 1. Juli die Staffeleinteilung bekannt wird. Ich würde ja gern auch Testspiele gegen Teams aus dem Westen machen, aber wer tritt schon gegen jemanden an, auf den er dann auch in der Saison trifft. Was das zurückliegende Spieljahr anbelangt, sollten wir uns zuallererst vor Augen führen, dass wir schon Ende April den Klassenerhalt sicher hatten, und das verdient und ohne Glück, obwohl wir im Winter mit Alsharabi, Holtz und Thom drei Leistungsträger verloren haben.

Meiste Spiele: Malte Glomba 27, Leon Höhndorf 26, Charlie Frenzel 25, Jakob Böhme 24, Bjarne Richter 24, Mathias Liedtke 22 (eingesetzte Akteure: 38)

Beste Torschützen: Höhndorf 26, Frenzel 7, Paul Wittek 4

Abgänge: Ahmad Alizzo, Qutaiba Alibrahimi Alsharabi (TSV Bützow), Erik Holtz (Penzliner SV) und Martin Thom (VfL Blau-Weiß Neukloster) zur Winterpause. Hinzu kommen jetzt mindestens 13 weitere: Höhndorf (TSV Bützow), Frenzel (Bützow), Raik Loßau (Bützow), Steffen Evers (familiär bedingt), Liedtke (Laufbahn beendet), Dustin Lange (FC Nebelküste), Hannes Treichel (Nebelküste), Ramdoun Ramdoun, Max Schulz (SG Warnow Papendorf), Dennis Cordt, Harri Schumacher, Theo Schumacher, Philipp Hübner

Zugänge: Lennard Koß, Sebastian Marten, Moritz Went (alle eigene A-Jugend)

PSV Rostock

Dafür, dass der PSV 2018 eigentlich abgestiegen war und erst sehr plötzlich in die Landesliga zurückbeordert wurde, kann man nur sagen: Respekt! Selbst Penzlin wurde ein 3:3 abgetrotzt. Um so bitterer wäre es, sollte am Ende ein einziger Punkt fehlen – konkret der, den der Dreizehnte Baabe mehr hat. Das Team von der Insel Rügen wurde vom PSV beide Male besiegt (H 3:2, A 6:2)…

Trainer Jan Krüger: Wir standen nie auf einem Abstiegsplatz. Das war gut, das war auch unser Ziel, dass wir immer ein Polster nach unten haben. Aus unserer Sicht spielten wir eine gute Saison. Wir bekamen weniger Gegentore als 2017/18 (damals 77, jetzt 20 weniger – d. Red.), haben uns also defensiv stabilisiert. Personell ist es natürlich schwierig gewesen. Ein Haufen Spieler war nach der vorigen Saison weg, wir mussten laufend das Team umformieren. Aber wir lösen jetzt beim PSV eine von vier Männermannschaften auf, so dass sich kadermäßig alles mehr zusammenschiebt. Bei der Abstiegsthematik hoffe ich auf einen guten Ausgang für uns. Wenn es irgendeine Chance gibt, würden wir die Landesliga wieder mitnehmen wollen. Wenn es aber so ist und wir runter müssen, haut uns das auch nicht um. Wir sind auf alles vorbereitet.

Meiste Spiele: Marcus Meuser 28, Johannes Hoffmann 23, Sascha Putscher 21, Jacob Dressler 20 (eingesetzte Akteure: 40)

Beste Torschützen: Frank Pustolla 6, Putscher 5, Julius Eisermann 4, Artyom Saizew 4

Abgänge: Laut Jan Krüger wird es maximal zwei geben (bisher nur Tommy Herzer).

Zugänge: Der erste Neue, der feststeht, ist Mittelstürmer Nico Himpenmacher, der vom Kreisoberligisten FSV Nordost kommt.

Leon Höhndorf auf Platz zwei

Die Torjäger der Landesliga Ost: 1. Normen Richter (Penzliner SV) 42, 2. Leon Höhndorf (SV Hafen Rostock) 26, 3. Alexander Lukesch (Penzlin) 23, … 7. Christian Klein 18, … 9. Ronny Klein (beide Laager SV 03) 16, … 27. Charlie Frenzel (SV Hafen) 7, … 33. Frank Pustolla (PSV Rostock) 6