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Handball Der HC Empor erreicht im DHB-Pokal das Gruppenfinale

Von Bernd-Dieter Herold | 18.08.2019, 21:48 Uhr

Die Rostocker verlieren nach dem 31:29 über den Oranienburger HC am Sonntag 19:28 gegen Zweitligist Hamm-Westfalen.

Zielstellung Finale mit einem 31:29 (15:14) über den Oranienburger HC erreicht, doch die Überraschung im „First Four“-Turnier des DHB-Pokals blieb danach durch die Handballer des HC Empor aus. Kontrahent im Endspiel war nicht etwa Gastgeber GWD Minden aus der 1. Bundesliga, sondern Zweitligist ASV Hamm-Westfalen. Dessen Spielklasse und körperliche Überlegenheit mussten auch die allerdings stark ersatzgeschwächten Rostocker beim 19:28 (11:16) anerkennen.

Trainer Till Wiechers setzte in der ersten Halbzeit auf das System mit dem zusätzlichen Feldspieler. Die Variante ging, solange Philipp Asmussen auf dem Parkett der Sporthalle Dankersen stand, auch gut. So führte der HCE nach einer Viertelstunde mit 6:5. Als dann der Linkshänder allerdings von der Platte ging, war Holland in Not: Zeitspiel, technische Fehler und mangelnde Effektivität prägten den Angriff der Männer von der Warnow. Kein Wunder, dass der ASV dies zu Ballgewinnen, Würfen ins leere Tor und bis zur 24. Minute zur 13:8-Führung ausnutzte. Selbst eine zweite Empor-Auszeit (26.) brachte keine Besserung.

Nach dem Wechsel agierten die Rostocker wieder im Normalsystem. Viel Änderung trat aber nicht ein. Das Fehlen der angeschlagenen Ole Diringer und Per Oke Kohnagel machte sich gegen den höherklassigen Kontrahenten doch bemerkbar. In 20 Minuten nach der Pause erzielte der Drittligist lediglich fünf Treffer und lag mit 16:23 hinten. Nur gut, dass Leon Mehler mehrfach gut parierte.

In der Partie gegen ihren Liga-Rivalen Oranienburger HC lagen die Hansestädter lediglich in der Anfangsphase mit 6:8 (8.) zurück. Zwei Minuten später wurde der Ausgleich, nach weiteren vier vollen Umdrehungen des Uhrzeigers die Führung zum 8:6 erzielt. Es blieb aber vorerst eng. Das 13:13 (25.) rief Till Wiechers auf den Plan – Team-Timeout. Kurze Ansage, Umstellung im Angriff auf einen zusätzlichen „Stürmer“. Das sollte sich als Erfolgsrezept erweisen und wurde auch nach dem 15:14 zur Pause eingehalten. Und Rostocks Coach zog danach einen weiteren Trumpf aus dem Ärmel: Philipp Asmussen. Der Linkshänder brachte Dynamik in das Spiel ohne Torhüter. Meist über ihn wurden die Rand-Berliner in Folge unter Druck gesetzt. Der zusätzliche Mann besaß eine erhebliche Aktie am Sprung zum 19:15 (35.) und 23:19 (44.). Wie wertvoll der nach Rückenproblemen noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte befindliche Asmussen für die Blau-Gelben ist, zeigte sich nach seiner Auswechslung. Der OHC schien die Partie zu drehen, machte aus dem 20:24 (43.) ein 23:24 (49.). Die Partie, in der der HCE in der Defensivabteilung überzeugte, drohte zu kippen. Beim Rostocker 25:24 (50.) griff Wiechers erneut ein. Leon Mehler kam für Kapitän Robert Wetzel ins Tor, blieb auch bei Angriff seiner Mitspieler im Kasten. Vorn tauchte erneut Asmussen auf – Taktik-Trick Nummer zwei ging voll auf. Die Hansestädter ließen sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen.

HC Empor: Wetzel, L. Mehler – Steidtmann 3, L. Witte 3, Ottsen 6, Schütze 3, D. Mehler 3, N. Witte 20/9, Asmussen 5, Haasmann 3, Zboril, Mehrkens 4/3

Gruppe 4, Halbfinale: Rostock – Oranienburg 31:29, Minden – Hamm 21:31

Finale: Rostock – Hamm 19:28

Stiere schlagen sich gegen den Deutschen Meister achtbar

Großartige Stimmung, glückliche Fans, Vorfreude auf die neue Saison in der 3. Handball-Liga Nord-Ost: Die Mecklenburger Stiere haben im DHB-Pokal gegen den Deutschen Meister SG Flensburg-Handewitt zwar mit 24:35 verloren, die Mannschaft hat dennoch vieles richtig gemacht, die internen Vorgaben im Blick behalten, vor allem gezeigt, dass Zusammenhalt, Disziplin und starker Rückhalt auf den Rängen ein probates Rezept für die neue Spielzeit sind.

Vor mehr als 250 mitgereisten Fans aus der Heimat zeigten alle einsatzfähigen Spieler in der Hansehalle Lübeck, dass sie sich weder großen Namen noch einer prophezeiten Übermacht beugen werden. Mit einem couragierten Auftritt rangen die Schweriner dem Meister ein mehr als achtbares Ergebnis ab. Der Klassenunterschied war nur zeitweise zu spüren. Insbesondere in der zweiten Halbzeit blieben die Stiere über längere Zeit auf Augenhöhe. „So ein Erfolgserlebnis zum Anfang der Saison gibt Kraft. Wir nehmen viel mit“, schätzte Jan Grolla ein.

Stiere: Kominek, Heinemann – Grämke, Grolla 4, Kix, Weßeling 5, Reiter 5/2, Barten, Zufelde, Aust 3, Schulz 1, Passias 3, Papadopoulos (55. Disqualifikation) 3, Leu

Gruppe 1, Halbfinale: Schwerin – Flensburg-Handewitt 24:35, Gummersbach – Lübeck-Schwartau 20:25

Finale: Flensburg-Handewitt – Lübeck-Schwartau 30:14