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Warnemünder Woche Ein 14-Jähriger aus Kiel trumpft groß auf

Von Nikolas Woeckner | 10.07.2019, 15:27 Uhr

Ole Schweckendiek zählt in der Kategorie 4.7 zu den Favoriten beim am Donnerstag beginnenden Europa Cup der Laser.

In den 14 Tagen vor dem ersten Start lief die Meldeliste bei den Lasern heiß. Von mageren 87 Meldungen explodierte die Meldezahl für den Europa Cup auf 215. Damit stellt die Einhandjolle die insgesamt größte Flotte der 1400 Teilnehmer der 82. Warnemünder Woche.

Eine der drei Laser-Kategorien, die in Warnemünde antritt, ist der 4.7. „Es ist eine beliebte Klasse, weil es keine Materialschlacht gibt. Es gewinnt der beste Segler bzw. die beste Seglerin“, nennt die Klassen-Vorsitzende Alexandra Behrens den Vorzug der olympischen Jolle.

Mit dem Laser 4.7, dem Laser Radial und dem Laser Standard gibt es drei Segelgrößen, so dass es für Jugendliche, Frauen und Männer gleichermaßen passt. In den insgesamt fünf Disziplinen starten Aktive aus 25 Nationen.

Seit vielen Jahren ist die Laser-Klassenvereinigung der Warnemünder Woche treu, und auch in diesem Jahr wird der Europa Cup in der zweiten Hälfte von Donnerstag bis Sonntag ausgetragen. Nach den Stationen in Slowenien, der Schweiz, Frankreich, Italien, Norwegen, den Niederlanden und Bulgarien macht der Europa Cup im Ostseebad Station, bevor er über Ungarn im Dezember in Kroatien endet.

Der Laser 4.7 ist seit 2006 Regattaklasse in Deutschland. Er verdankt seinen Namen der Segelfläche von 4,7 Quadratmetern und hat somit eine dem Nachwuchs angepasste Segelgröße. Der 1971 eingeführte Laser 4.7 ist auf junge und leichtgewichtige Seglerinnen und Segler (50 bis 65 Kilogramm) ausgerichtet und wird auch als Zwischenstufe zwischen dem Optimist und dem Laser Standard oder Laser Radial gesegelt.

Einer der großen Favoriten in dem kleinsten Laser ist beim EC der gerade mal 14 Jahre junge frisch gebackene Kieler-Woche-Sieger Ole Schweckendiek. Nachdem der Kieler bei der EM vor vier Wochen in Südfrankreich als Dritter in der Altersklasse U 16 groß aufgetrumpft hatte, toppte er nun seine bisherige Performance.

Erst im vergangenen Jahr ist Schweckendiek vom Opti in den Laser umgestiegen – und war der Konkurrenz haushoch überlegen. Warten wir mal ab, ob er auch vor Warnemünde so stark in Erscheinung tritt.

Wojcik surft bei der Raceboard-WM dem Titel entgegen

Fünfmal konnte Maksymilian Wojcik aus Polen in der Vergangenheit bereits den Raceboard-WM-Titel für sich verbuchen. Bei den Europameisterschaften im Mai in Tschechien stellte er mit Rang vier erneut seine Qualitäten unter Beweis. Nach sechs absolvierten Rennen an den ersten zwei Wettfahrttagen hatte er bei der WM 2019 vor Warnemünde deutlich die Nase vorne und surft auf der Siegerwelle.

Dabei hatte der polnische Windsurfer nach eigener Aussage nicht damit gerechnet, auf der Ostsee mit derzeit relativ viel Wind und Welle so gut abzuschneiden, da ihm normalerweise eher das Surfen bei Leichtwind liegt: „Meine Ausrüstung passt genau für die Bedingungen hier vor Ort. Allerdings würde ich mir wünschen, dass die Wind- und Wellenbedingungen so sind, dass auch die nicht so routinierten Fahrer besser zurechtkommen.“

Kaum hat er den Satz beendet, läuft er mit einigen Kollegen ins Wasser, um den ankommenden Damen beim Materialtransport durch die Brandung zu helfen – ein klarer Beweis dafür, wie gut der Zusammenhalt in der Raceboard-Gemeinschaft ist. Da packt auch ein Weltmeister mit an, wenn es darum geht, alle sicher ins Fahrerlager zurückzubringen.

Bei den Damen lag nach dem Dienstag weiter die Finnin Aleksandra Blinnikka vor der Tschechin Jana Slivova auf Platz eins. Dritte nach sechs gefahrenen Rennen war Viviane Ventrin aus Frankreich.

Die deutsche Favoritin Jennifer Bender aus Eckernförde befand sich auf auf Platz sieben. „Es war anstrengend, weil die Wellen draußen recht unkonstant waren. Trotzdem waren es gute Rennen. Nachdem ich gestern große Probleme mit dem Shorebreak und der Strömung hatte, hat es mich heute allerdings etwas Überwindung gekostet, wieder aufs Wasser zu gehen“, sagte Bender am Dienstag, als etliche ihrer Konkurrentinnen wegen der Brandung auf einen Start verzichteten.

Bei den Junioren führten die Spanier Ferran Jurado Besa und Guillem Segu Gira. Der Deutsche Richard Sprenger hielt sich weiterhin auf Rang drei.

Weltmeisterschaft der J/22 beginnt

Am Mittwoch beginnt vor Warnemünde die Weltmeisterschaft der J/22.

Am Dienstag hatte als Vorbereitung auf das Event ein Practice Race stattgefunden. Von den 31 gemeldeten Crews waren 25 auf der Regattabahn. „Wir hatten heute die berühmte Warnemünder Welle. Es war einfach ein tolles Rennen!“, zeigte sich Holger Schmitt, 1. Vorsitzender der Klassenvereinigung und Teilnehmer der WM, mehr als zufrieden.

„15 bis 20 Knoten Wind, blauer Himmel. Kurz gesagt: Es war geiles Segelwetter!“, fasste Wettfahrtleiter Lorenz Buchler den Tag zusammen.

Als Favoriten auf den WM-Titel werden der Duisburger Reiner Brockerhoff, der unter französischer Flagge segelt (FRA 1444), und der Niederländer Jean-Michel Lautier, in den Jahren 2015 und 2017 Vize-Weltmeister, gehandelt. Aber auch Martin Menzner, der sonst in der Klasse J/80 „zu Hause“ ist, hat das Zeug, ganz vorne mitzusegeln. Der Kieler wurde u. a. bei der J/22-WM 2015 in Travemünde Vierter.

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