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Shorttrack „Das ist sozusagen eine andere Liga“

Von Peter Richter | 16.01.2019, 15:59 Uhr

Das Europacup-Finale im März wird Rostocks hochkarätigster Shorttrack-Wettkampf. Auch einheimische Läufer nehmen teil

Es war vorgesehen, sie „einzusparen“ – doch nun dürfen neben den Altersklassen Senior sowie Junior A und B auch die jüngeren Shorttracker aus dem Bereich C und D am Europacup-Finale der jeweils besten Acht aus Ost- (Danubia-Serie) und Westeuropa (Starclass) mitmachen, wie es ohnehin üblich war. Einen hochkarätigeren Wettkampf im Kurzbahn-Eisschnelllauf als diesen, der vom 22. bis 24. März in der Eishalle Schillingallee stattfindet, hat es in Rostock noch nie gegeben!

Die neueste Entwicklung freut besonders Ausrichter ESV Turbine. Denn damit ist fast sicher, dass die Veranstaltung nicht ohne Lokalmatadoren stattfindet: Stand jetzt wären Svea Rothe, Betty Moeske (beide C), Franziska Zander und Hannes Enger (beide D) teilnahmeberechtigt, wobei deren dritte und letzte Starclass-Qualifikation noch aussteht (ab morgen in Lommel/Belgien).

„Die ISU (der Weltverband International Skating Union – d. Red.) hat jetzt beschlossen, dass auch die C und D starten darf. Der kleine Haken daran: Die ISU übernimmt für sie nicht die Kosten. Aber ich finde, das ist ein guter Kompromiss. Organisatorisch kommt da natürlich ein ganz schöner Batzen auf uns zu. Das ist sozusagen eine andere Liga“, sagt Olympiastützpunkt-MV-Trainer Arian Nachbar.

Derweil zeigt sich Rostocks Top-Shorttracker Adrian Lüdtke, rückblickend auf die Europameisterschaften im niederländischen Dordrecht, „mit Rang 24 auf den 500 Metern als beste Platzierung nicht ganz so zufrieden. Aber das ganze Wochenende lief auch eher bescheiden. Ich konnte mein Trainingslevel nicht umsetzen. Das war dann der Wettkampf, wo mal gar nichts ging“, so der 20-Jährige, der sich nunmehr auf die Weltcups in Dresden (1. bis 3. Februar) und Turin (8. bis 10. Februar) vorbereitet.

Auch in der Starclass mischt der Nationalmannschafts-Läufer vom ESV Turbine mit. Hier entschied er den zweiten der drei Saison-Wettkämpfe im Dezember in Heerenveen (Niederlande) für sich. Das hätte eigentlich schon die Qualifikation für das Finale bedeutet. Nur war es bislang so, dass dafür auch mindestens zwei Rennen der Serie wahrgenommen werden mussten. Adrian startete aber erst bei einem, fehlte zum Auftakt im belgischen Hasselt, und der Abschluss 2018/19 in Bergamo überlappt sich mit Turin…

Also kein Auftritt im März vor eigenem Publikum?

Doch! „Es sieht so aus, als ob ich daran teilnehmen kann“, verrät der Wahl-Dresdner mit Elternhaus in Kassebohm. Denn in der Zwischenzeit gab es eine Regeländerung, nach der a) auch Sportler, die im Weltcup unterwegs sind, nicht vom EC-Finale ausgeschlossen sind und b) über die Qualifikation dafür nur die jeweilige Gesamtpunktzahl entscheidet. Und seine jetzige genügt Adrian Lüdtke, um in seiner Geburtsstadt Rostock in der Kategorie „Men Senior“ als aussichtsreichster Einheimischer antreten zu dürfen.

Die Rolle des „Zugpferdes“, um möglichst auch viele Nicht-Insider in die Halle zu locken, nehme er gerne an, „weil ich für meinen Heimatverein einen spannenden Wettkampf abliefern will und eine Medaillenchance habe. So ein Event mit Sportlern aus ganz Europa sollte man sich nicht entgehen lassen!“

Nationen-Rekord zeichnet sich ab

Der ESV Turbine und die Hansestadt Rostock waren im Januar 2017 und Januar 2018 bereits Gastgeber für jeweils den dritten und letzten Starclass-Wettkampf des Altersbereichs Junior C/D. Im vorigen Jahr gastierten 153 Sportler von 44 Vereinen aus neun Ländern in der Eishalle Schillingallee. Die Teilnehmerzahl wird beim EC-Finale ähnlich hoch ausfallen (2018 in Ventspils/Lettland: 146), die Anzahl der Nationen jedoch mit Sicherheit übertroffen (Ventspils: 20!).