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Lokales

22. November 2017 | 17:40 Uhr

Gotteshaus in "Christo"-Hand

vom

svz.de von
erstellt am 08.Okt.2010 | 06:39 Uhr

Dergenthin | Es geht in den Endspurt an der Dergenthiner Kirche. Die letzten Dachdeckerarbeiten stehen an, an der Südseite muss die Dachrinne noch angebracht werden und die Maurer bessern die letzten Ziegel des Stufengiebels und an der Fassade aus. Gestern wurde das Baugerüst abgenommen, erläutert Architekt Matthias Wieck, der auch das Baugeschehen begleitet.

Seit Ende Juli hatten Maurer, Dachdecker und Zimmerleute, alles Firmen aus der Region, hier allerhand zu tun. "Wir hatten massiven Hausschwamm im Dachbereich", erläutert Wieck. Das Mauerwerk musste dort speziell behandelt und etliche Hölzer mussten ausgetauscht werden. Sparren, Sparren- und Deckenbalkenköpfe wurden saniert, anschließend wurde das Gotteshaus neu eingedeckt.

Wasser bahnte sich hier seit Jahren seinen Weg über das Tonnengewölbe, Deckenbalken- und Sparrenköpfe waren verfault, "es gibt kaum einen Schädlingsbefall, der nicht nachgewiesen wurde", so Albert Preisler, Pfarrer der Kirchgemeinde. Auch am Turm bestünde Sanierungsbedarf. Zwar wurde er zur Wende komplett auf Vordermann gebracht, doch offenbar nicht so fachgerecht, dass die Arbeiten etliche Jahrzehnte von Bestand sind. "Er ist aber nicht in seiner Substanz gefährdet", fügt Pfarrer Preisler an. So werde zu einem späteren Zeitpunkt dieses Vorhaben in Angriff genommen, denn alles ist eine Frage des Geldes. Gleiches trifft auf den Patronatszugang zu. Er sollte neu jetzt mit verputzt werden. Doch ob es dafür noch reicht, könne man erst sagen, wenn ein Schlussstrich gezogen wurde. Ansonsten wird auch diese Maßnahme notgedrungen auf später verlegt.

Ab Montag aber geht es erst einmal ins Innere des Gotteshauses. Denn durch den Anobium punctatum, dem Gemeinen oder Gewöhnlichen Nagekäfer, sei die Substanz des Innenausbaus bedrohlich gefährdet, ist von Albrecht Preisler, zu erfahren. Eine Zerstörung der neobarocken Inneneinrichtung in kürzester Zeit sei sonst zu befürchten. So soll nun eine zweitägige Begasung des Kircheninnenraumes erfolgen. Zuvor wird das Gotteshaus komplett eingehüllt. Und das passiert am Montag. Nach drei Tagen, wenn das Gas abgesaugt und entsprechend gelüftet wurde, kann man die Kirche wieder betreten, so der Architekt. Arbeit gibt es aber dann auch noch weiterhin. Die Altarfenster werden restauriert, die Türen instandgesetzt und aufgearbeitet. "Mindestens bis November werden wir noch gut zu tun haben."

Die Dergenthiner Kirche entstand im 15. Jahrhundert, ist ein spätgotisches einschiffiges Kirchengebäude, das aus einem einzigen, saalartigen Raum besteht. Errichtet wurde sie in klassischer Bruch- und Feldsteinbauweise. 1915 vernichtete ein Feuer das Gotteshaus bis auf die Grundmauern. Die Gemeinde beschloss, jenes originalgetreu wieder aufzubauen. "Was in den 1920er Jahren entstand, war neogotisch, die Dergenthiner Kirche hingegen wurde neobarock. Nur noch zwei weitere Kirchen dieser Art gibt es in der Prignitz bzw. im Kreis Ostprignitz-Ruppin", berichtet der Pfarrer.

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