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Reparatur in Plau am See Das letzte Quietschen der Plauer Hubbrücke

Von Armin Kung | 15.07.2020, 18:03 Uhr

Die lautstarken Geräusche der historischen Hubbrücke nervten die Plauer und der Schaden an der Technik drohte größer zu werden. Das Wasser- und Schifffahrtsamt hat nun mit den Bauarbeiten begonnen und die Brücke gesperrt.

Die Hubbrücke in Plau am See ist geschlossen. Mehrere Bauzäune versperren den Weg von der Großen Burgstraße aus, der Autoverkehr wird umgeleitet. Die Baufahrzeuge einer Grabower Firma parken vor der Elde. An einem der vier blauen Pylone sind mehrer Männer zugange und arbeiten an einem der schweren Gegengewichte. Bis zum 21. Juli wird ein Defekt an dem historischen Bauwerk repariert, der den Plauer mächtig auf die Nerven ging.

Video: So laut quietsche die Hubbrücke

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Das laute Quietsch-Geräusch stammte aus dem Kopf des linken Pylons von der Großen Burgstraße aus gesehen. Dort oben hat eine Umlenkrolle, die die Stahlseile führt, einen Lagerschaden. Für die Reparatur muss nun die Last des großen Gegengewichts von den Seilen genommen werden, damit die beschädigte Umlenkrolle aus dem Pylon entfernt werden kann.

Wie groß der Schaden ist, muss nun begutachten werden, sagt Bauleiter Hartwig Meyer vom Wasser- und Schifffahrtsamt, der den Beginn der Bauarbeiten begutachtet. Die historische Brücke ist eine Amtsbrücke und untersteht der Wasserstraßenbehörde. "Womöglich muss die Achse, Buchse und sogar eine neue Umlenkrolle hergestellt werden, je nachdem was die Untersuchungen zeigen", so Meyer.

Dies wird die Grabower Metallbaufirma SMU übernehmen, die nicht nur den Abbau und die Montage, sondern auch die Herstellung neuer Teile leisten wird. Die Maßnahme an der Hubbrücke wird ungefähr 20 000 Euro kosten, sagt Bauleiter Hartwig Meyer.

Sackgassen-Schilder zeigen den Autofahrern, dass der Weg über die Brücke gesperrt ist. Für Schiffe ist dagegen freie Fahrt. Damit der Wasserverkehr fließen kann, ist die Hubbrücke eigens dazu in höchster Endlage fixiert. "Wir haben uns entschieden den Schiffsverkehr offen zu halten. Schließlich kann man diesen im Gegensatz zum Straßenverkehr nicht umleiten."

Neue Schrankenanlage in Planung

Die Arbeiten an der Hubbrücke sind zwar am 21. Juli zu Ende, doch in wenigen Wochen wird wieder vor Ort gearbeitet. Die Schrankenanlage ist laut Wasser- und Schifffahrtsamt in die Jahre gekommen. Diese soll in naher Zukunft ersetzt werden, sagt Martin Gellner,Sachbereichsleiter Bau, Betrieb und Unterhaltung vom Amt: "Bei einer älteren Anlage wird es immer schwieriger an Ersatzteile zu kommen, deshalb ist ein Austausch erforderlich. Die Vorbereitungen laufen bereits", sagt Martin Gellner,Sachbereichsleiter Bau, Betrieb und Unterhaltung vom Wasseramt.