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Lübz Den Anglernachwuchs schon am Haken

Von Christiane Großmann | 12.10.2020, 07:59 Uhr

Petrijünger aus Lübz und Umgebung feiern 2021 ihr 30-jähriges Vereinsjubiläum. Sonnabend Arbeitseinsatz am Weisiner See

Scholle, Hornhecht, Karpfen, Aal, Forelle, Wittling: Karl Heinrich Brasch ist gerade mal vier Jahre, doch mit Fischen kennt sich der pfiffige Junge bereits prima aus. Selbst geangelter Fisch steht bei Familie Brasch aus Lübz regelmäßig auf dem Speiseplan. Aal und Forelle gelten als besondere Delikatesse, wenn Papa Mathias Brasch die Fische frisch aus dem Räucherofen auf den Tisch bringt.

Angelrevier im Lübzer Stadtpark

Karl Heinrich Brasch zählt zum hoffnungsvollen Nachwuchs des Angelvereins „Elde“ Lübz. Gemeinsam mit seiner Schwester Helene (7) begleitet er seinen Vater oft auf Angelpirsch. Um immer mal wieder einen guten Fang machen zu können, braucht die Familie nur ein paar Fußschritte bis zum gepflegten Stadtpark zu gehen. Im Lübzer Heimatflüsschen Elde tummelt sich fast alles an Fischlein, was das Anglerherz begehrt. Mathias Brasch schätzt diesen Angelplatz vor allem, weil das Areal gut einsehbar ist und er dadurch immer seine Kinder im Blick hat. Als der 38-jährige Maurer seine eigenen ersten Anglererfahrungen machte, war er in etwa so alt wie sein Sohn heute. Der gebürtige Lübzer hatte damals das Glück, einen „Angelvater“ zu haben, der die Gabe besaß, ihn für dieses Hobby nachhaltig zu begeistern und ihm alle wichtigen Kniffe beibrachte.

Die eigenen Erfahrungen an den Nachwuchs weitergeben

Davon möchte Mathias Brasch heute etwas weitergeben: Er engagiert sich im Vereinsvorstand für die Jugendarbeit und weiß, dass er zum Beispiel das Lübzer Angel-Urgestein Jürgen Stahl jederzeit um Unterstützung bitten kann. Jürgen Stahl ist seit 1964 passionierter Angler. Als er Rentner wurde, nahm er sich vor, alle Aktivitäten des Vereins zu unterstützen, wie man den Nachwuchs an den Haken bekommt. Das wird nämlich immer schwieriger, muss sich der Vorstand leider häufig eingestehen. Zum größten Konkurrenten ist dabei das Smartphone geworden. Und wie jedes andere Hobby, das ein bestimmtes Equipment voraussetzt, hat auch das Angeln seinen Preis.

Verein sieht sich auch als Partner für Schulen

Wenn der ganze Corona-Wahnsinn überstanden ist, möchten die Lübzer Petrijünger wie schon in den Vorjahren wieder aktiv die Projektarbeit an Schulen unterstützen. Für das kommende Jahr ist zudem ein Hortprojekt angedacht. Müsste Frieda Erfeldt (10) aus Welzin ihren Altersgefährten erklären, was am Angeln so spannend ist, würde sie ihre Antwort in einen Satz packen: „Das macht Spaß“. Frieda machte bereits mit neun Jahren ihren Angelschein. Auch sie kommt aus einem „Anglerhaushalt“: Ihr Vater Holger Erfeldt frönt dem Hobby in der Natur seit 1984.

Zurzeit 143 Petrijünger im Lübzer Verein

In dem 1991 gegründeten Angelverein "Elde" Lübz haben sich aktuell 143 Petrijünger aus der Turmstadt sowie der Umgebung zusammengeschlossen. Im Vorstand unter Vorsitz von Ingmar Bergmann engagieren sich als Hüter der Finanzen Lothar Quade, Rainer Luckmann, zuständig für alles Schriftliche, Friedhelm Hühn als Technikverantwortlicher, Jugendwart Mathias Brasch sowie Wolfgang Reichenberg als Gewässerwart. Hervorgegangen ist der Verein aus der Ortsgruppe Lübz des Deutschen Anglerverbandes. Sie bestand vermutlich seit 1950.

Zuständig für drei Angelgewässer

Betreut werden vom Verein die Elde in Lübz, der Weisiner See sowie das Angelgewässer „Lang in Söw“ in Ruthen. Angler sehen sich als Gewässerverbesserer, indem sie die Uferbereiche pflegen sowie auf einen ausgewogenen Fischbesatz achten. In diesem Jahr setzten die Lübzer etwa 600 Kilogramm Karpfen, 20 Kilogramm Schleie sowie 18 Kilogramm Aale ein. Das passiert natürlich nicht nach Lust und Laune: Die Besatzmengen werden vom Landesanglerverband reguliert. Am 17. Oktober steht der nächste Arbeitseinsatz ins Haus: Am Weisiner See wird Klarschiff gemacht. Pläne für 2021 schmiedet der Verein auf seiner Hauptversammlung im Dezember.